Coca-Cola packt CO2 aus der Atmosphäre ins Mineralwasser

Coca-Cola packt CO2 aus der Atmosphäre ins Mineralwasser

Eine Schweizer Anlage fängt Kohlendioxid aus der Luft, das dann nicht mehr das Klima aufheizen kann. Coca-Cola will jetzt mit dem so gewonnenen Gas eine Wassermarke umweltfreundlicher machen.

Klima | Von Peter Vollmer |

Limo trinken und dabei etwas für die Umwelt tun? Bislang stehen die großen Abfüller von Süßgetränken eher in der Kritik, etwa wegen ihres hohen Wasserbedarfs - und nicht zuletzt, weil die Brause in großen Mengen nicht gerade gesund ist.

Nun müht sich der US-Getränkekonzern Coca-Cola seit Jahren um ein grüneres Image, etwa indem er verstärkt klimaneutral produziert oder den Wasserverbrauch in den Betrieben senkt. Nun will das Management sogar das Klima retten - wenigstens ein bisschen: Denn das Kohlendioxid, das Getränke sprudeln lässt, kommt künftig direkt aus der Atmosphäre. Das Schweizer Start-up Climeworks hat ein Verfahren entwickelt, um das Treibhausgas aus der Luft zu holen. Coca-Cola ist jetzt Kunde geworden.

CO2 ist als Klimagas bekannt: Beim Verbrennen fossiler Rohstoffe wie Öl oder Kohle wird es freigesetzt und verstärkt dadurch den Treibhauseffekt. Die Folge: der viel diskutierte Anstieg der Temperaturen auf der Welt.

Zwei Schweizer Forscher haben deshalb einen Filter entwickelt, der CO2 aus der Atmosphäre bindet. Und mit ihrem Unternehmen verkaufen sie dieses CO2, zum Beispiel an Gewächshäuser. Und künftig eben auch an Coca-Cola in der Schweiz.

Bislang kommt das Kohlendioxid, das im Wasser zur Kohlensäure reagiert, oft mit dem Quellwasser an die Erdoberfläche und wird vor Ort aufgefangen. Die Getränkeindustrie nutzt nach eigenen Angaben jährlich weltweit etwa zehn Millionen Tonnen CO2.

Industrieller Durchbruch für das CO2-Einfangen

Coca-Cola rühmt sich, dass die kommerzielle Nutzung des Climeworks-CO2 dabei helfen könnte, der Technologie zum industriellen Durchbruch zu verhelfen. Noch sind die Kosten für das Einfangen aus der Atmosphäre allerdings hoch. Doch das Schweizer Unternehmen will sie weiter senken, damit es rentabel wird, aus gefangenem Kohlendioxid beispielsweise synthetische Kraftstoffe zu machen.

Wenn die Kosten für CO2-Zertifikate dann noch weiter steigen, könnte allein das Binden von CO2 ein erträgliches Geschäftsmodell werden. Das ist aber noch Zukunftsmusik - die erste kommerzielle Anlage eröffnete erst im vergangenen Jahr nahe Zürich. In Island testet Climworks bereits, CO2 unterirdisch zu speichern, um es so dauerhaft aus der Atmosphäre zu holen.

Die erste Anlage in der Schweiz beliefert ein Gewächshaus - "jetzt zusammen mit Coca-Cola Zugang zum Getränke-Markt zu erhalten, freut uns", erklärt Climeworks-Mitbegründer und CEO Christoph Gebald. Der Getränkeriese sei bereits in den vergangenen Jahren ein "außerordentlich hilfreicher Partner" gewesen.

Einziger Wehrmutstropfen für Freunde der braunen Brause: Das CO2 kommt zunächst in Wasser der Tochtermarke Valser zum Einsatz, nicht in einer Cola-Variante.

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