Barcelona sagt Uber und Cabify Adios

Barcelona sagt Uber und Cabify Adios

Barcelona bremst neue Mobilitätsdienste aus: Künftig müssen dort Autos mit einer Frist von mindestens 15 Minuten gebucht werden. Für UberX bedeutet das das (vorübergehende) Aus.

Verkehr | Von Matthias Lauerer |

Es ist ein bisschen so wie auf dem Schulhof oder auf den Straßen: Wer laut und energisch genug schreit, bekommt recht. So wie jetzt in Barcelona die Taxifahrer.

Wir erinnern uns: In Spanien streikten sie fast zwei Wochen, weil ihnen die Blitzfahrten der Konkurrenz mit Uber oder Cabify die Butter vom Brot nehmen. Wenn das Einkommen sinkt, reagieren die Menschen schnell zornig, was nun wohl die Politik beeindruckt. Die katalanische Landesregierung beschloss, jene "neuartigen Fahrdienste" durch die Hintertür auszubremsen. Ergo: Fahrten mit Uber und Co. dürfen seit Anfang Februar nur noch mit einer Frist von mindestens 15 Minuten gebucht werden.

Damit treffen sie die digitalen Fahrdienste an deren Achillesferse. Denn es ist ja gerade deren Clou, dass man sich an die Straße stellt, die App aufruft und innerhalb weniger Minuten im Auto eines vertrauenswürdigen Fahrers sitzt, dem zuvor von anderen Reisenden beschieden wurde, nicht wie ein Rowdy zu rasen. Meistens ist die Mitfahrt nach 15 Minuten abgeschlossen. Cabify, das von einer Million Nutzern in Barcelona spricht, sagt, dass 98,5 Prozent der Autos mit einer Frist von weniger als 15 Minuten gebucht werden.

Doch wie reagieren die Fahrdienste? "Die neuen Beschränkungen, die von der katalanischen Regierung genehmigt wurden, lassen uns keine andere Wahl, als ´UberX´ auszusetzen, während wir unsere Zukunft in Barcelona beurteilen", sagte ein Uber-Sprecher gegenüber Reuters am Donnerstag. Und weiter: "Wir sind entschlossen, ein langfristiger Partner der spanischen Städte zu sein und hoffen, mit der katalanischen Regierung und dem Stadtrat zu einer fairen Regulierung für alle zu kommen."

Kurze Zeit später kündigte der spanische Rivale Cabify an, den Dienst auszusetzen. Dort zeigen sie sich verärgert darüber, dass der Staat "dem Druck und den Forderungen der Taxiindustrie nachgibt und die Interessen der Bürger schädigt." Um die Verlautbarungen zu komplettieren, meldete sich auch der Verband spanischer Verkehrsunternehmen. Den Groll gegenüber der Regionalregierung goss man in folgende Worte: "Es darf nicht sein, dass wir von Taxifahrern erpresst werden, die ihr Monopol mit Gewalt schützen."

Dabei kommt es seit Jahren gegenüber der günstigeren Konkurrenz zu harschen Spielarten der Drangsalierung. In Wien jagten Taxifahrer ihre Konkurrenten mit Schlägen. Resultat: Verschärfte Mietbedingungen – nach einer Strafandrohung in Höhe von 320.000 Euro. Selbst bezahlte Wartezeiten sind dort jetzt im Angebot. Genauso, wie bei den Taxis. In Santiago de Chile schaut sich die Polizei alle vermeintlichen Uber-Fahrer sehr genau an, die Bürger mit einem Privatwagen zum Flughafen bringen. Dabei wedeln Polizisten schon mal mit der Dienstwaffe, so wie im Oktober 2018. Auch in Lima führen die Behörden am Airport intensive Kontrollen durch, um so die Konkurrenz zu kujonieren. Die Fahrt per App-Ruf-Taxi kostet im Megalopolis, hier aus dem Touristenstadtteil Barranco bis zum Airport, zehn Euro. Per Regeltaxi werden 15 Euro aufgerufen. In Madrid hatte es bereits im Sommer 2018 Ärger gegeben, sowie in Portugal. Ob das auf Dauer den Ansatz der digitalen Pioniere aus Kalifornien beerdigt, ist fraglich. Da geht Uber lieber gleich selbst neue Wege – und zeigt seinen Nutzern in Denver auch Bahn- und Busverbindungen an.

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