X für Zukunftsorientierung, E für Elektrisch

X für Zukunftsorientierung, E für Elektrisch

Mit Porsche tritt in der nächsten Saison ein weiterer Autohersteller in der Formel E an. Dort treffen das Stuttgarter Werksteam auf Audi, BMW, die PSA-Tochter DS, JaguarLandRover, Mahindra und Mercedes sowie auf NIO und Nissan. Die Debüttanten rechnen sich mit dem Porsche 99X Electric trotzdem gute Chancen aus: In den Antriebsstrang flossen die Erfahrungswerte aus dem Hybridauto ein, das die 24 Stunden von Le Mans dreimal gewann.

Formel E | Von Franz W. Rother |

TAG Heuer Porsche? Da war doch was. Richtig: Die Kombination gab es in den 1980er schon einmal - in der Formel 1. Porsche lieferte damals die Motoren für die rot-weiß lackierten Monoposti des McLaren-Teams, mit denen Alain Prost, Niki Lauda und Keke Rosberg, eine Reihe Siege einfuhren. Die Verbindung von Porsche mit McLaren hielt zwar nur vier Jahre, die Beziehungen zu dem schweizer Uhrenhersteller, aber auch zu anderen Sponsoren aus der Zeit riss nie ab. Sie formen nun ein neues Team für die Premiere des nagelneuen Porsche 99X Electric in der Formel E: Ab der kommenden Saison, die am 21. November auf der Rennstrecke von Diriyya in Saudi-Arabien startet, soll das TAG Heuer Porsche-Team in der klassischen Rennsportfarb-Kombi Weiß-Rot-Schwarz unter anderem mit Audi, BMW, Jaguar, Mercedes, NIO und Nissan um die Weltmeisterschaft für Elektroautos ringen.

Ebenso wie die Farbgebung ist auch die Modellbezeichnung kein Zufall: Der Neunelfer ist das Kernprodukt des Sportwagenherstellers. In der aktuellen Version trägt es nach der internen Nomenklatur die Modellbezeichnung 992. Der erste vollelektrische Rennwagen aus dem Hause Porsche folgt dieser Logik wobei das X für Zukunftsorientierung und Prototypensport stehen soll. Wie bei allen anderen Teams auch - das Reglement der Formel E lässt da wenig Spielraum - nutzt auch der Porsche das Einheits-Chassis von Dallara sowie die Standardbatterie mit 52 Kilowattstunden, die eine McLaren-Tochter beisteuert - so sieht man sich doch mal wieder.

Die Antriebstechnologie hingegen - der 180 Kilowatt starke Motor samt Getriebe, Inverter, Kühlsystem und Steuerung - sind Eigenentwicklungen der Teams. Und hier hofft Porsche punkten zu können - mit den Erfahrungswerten aus der Langstreckenweltmeisterschaft, an der die Stuttgarter zwischen 2014 und 2017 mit dem Porsche 918 Spyder und dem 919 Hybrid erfolgreich teilnahm und dreimal die 24 Stunden von Le Mans gewinnen konnte. "Rückblickend haben wir während des LMP1-Projekts den Grundstein für das Engagement von Porsche in der Formel E gelegt", Sagt Malte Huneke, der Technische Projektleiter. Der permanent erregte Synchronmotor, der den Rennwagen antreibt, sei auf der Basis auf maximale Effizienz getrimmt worden. Mitte Oktober wird man bei den Testtagen der Formel E in Valencia sehen, ob die Rechnung aufgeht.

Zwei erfahrene Piloten

Debütant Porsche fängt in der Formel E also nicht ganz bei Null an. Und mit Andre Lotterer, 37, und Neel Jani, 35, hat man obendrein zwei rennerfahrene Piloten gewonnen: Lotterer kommt vom siegreichen DS Techeetah-Team des amtierenden Formel-E-Weltmeisters Jean-Eric Vergne. Und Jani hat vor zwei Jahren schon im Dragon-Team Erfahrungen auf den engen Stadtkursen sammeln können, auf denen die Formel E unterwegs ist. "Wir starten optimistisch in die finalen Vorbereitungen auf das erste Rennen", so Huneke.

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