Über den Stau fliegen

Über den Stau fliegen

Das US-Unternehmen AirSpaceX will fliegende Taxis auf den Markt bringen - für den Pendelverkehr im Umkreis von 100 Kilometern. Der fliegende Kapselprototyp mit Elektropropellern erinnert an einen Drohnen-Hubschrauber-Mix.

Fliegen | Von Angela Schmid

Bequem, leise und umweltfreundlich kurz zum Shoppen nach Berlin oder München fliegen - hört sich verführerisch an. Eine Vision, an der das US-Unternehmen AirSpaceX arbeitet. (Nicht zu verwechseln mit Elon Musks Weltraumfirma SpaceX.)

"Mobi-One" heißt die fliegende Kapsel, die wie eine Mix aus Drohne und Hubschrauber aussieht. Zum Start und zur Landung stellt "Mobi-One" die Tragfläche auf, um senkrecht starten und landen zu können.

In der Luft wird die Tragfläche in die Horizontale gekippt und es fliegt wie ein Flugzeug. Das VTOL, was für Vertical take-off and landing steht, soll vor allem den Pendelverkehr zwischen Stadtzentren, Vororten und Flughäfen in einem Umkreis von 100 Kilometern entzerren.

Statt sich eine Stunde mit dem Auto durch den Berufsverkehr zu quälen, soll "Mobi-One" nur sieben Minuten brauchen. Und es müssen auch nicht nur Passagiere sein. Auch Waren bis zu 200 Kilogramm transportiert das Taxi der Lüfte, das von sechs Elektropropellern angetrieben wird und eine maximale Geschwindigkeit von 400 Kilometer pro Stunde schafft.

"Mobi-One" biete saubere, leise und vernetzte On-Demand-Mobilität zu einem erschwinglichen Preis, sagt Jon Rimanelli, Gründer und CEO von Detroit Aircraft und AirSpaceX (Airspace Experience Technologies). Er ist davon überzeugt,  damit eine Marktlücke gefunden zu haben: "Es besteht ein dringender Bedarf an Innovationen für die Mobilität in der Stadt."

Eine bedarfsgerechte Luftmobilität verbessere die Lebensqualität der Pendler. Nach seinen Angaben werden 300 Milliarden US-Dollar an Treibstoff- und Produktivitätskosten pro Jahr durch Staus und Verzögerungen allein in den USA verschwendet. Dabei entstehen 17 Milliarden Kilogramm CO2-Emissionen.

Teure Entwicklung

Mit dem Bau von elektrischen VTOL-Flugzeugen hat Rimanelli bereits reichlich Erfahrung gesammelt. Detroit Aircraft hat mehr als 70 dieser Fluggeräte gebaut, bevor Rimanelli entschied, auch große Multi-Rotor-Flugzeuge für Fracht- und Passagiertransporte zu entwickeln. Ein Modell seines Flugtaxis präsentierte er auf der North American International Auto Show. An der Originalgröße wird noch gearbeitet.

Doch schon jetzt träumt Rimanelli, der 2015 die Detroit Aircraft Corporation gründete, von der mobilen Freiheit: 2020 soll "Mobi-One" gebaut werden. Bis zum Jahr 2026 will AirSpaceX 2500 dieser Lufttaxis in den 50 größten Städten der USA einsetzen.

Daran, dass die Entwicklung kapitalintensiv sein wird, lässt JP Yorro, Chief Commercial Officer von AirSpaceX, keinen Zweifel. Es werde über eine breite Palette von Finanzierungsoptionen nachgedacht.

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