Satellit für kostenloses Internet in Entwicklungsländern

Satellit für kostenloses Internet in Entwicklungsländern

In ärmeren Weltregionen leben viele Menschen immer noch offline. Der Internet-Anbieter Quika will das ändern - mit kostenlosem Internetzugang per Satellit.

Digitalisierung | Von Klaus Holstein

Ein Internetanschluss gehört in deutschen Haushalten praktisch zur Grundausstattung. In Afrika und vielen asiatischen Ländern ist das anders. Deswegen sind viele vor allem arme Menschen dort von Informationen und Bildung abgeschnitten. Der Satelliten-Internet-Anbieter Quika will das nun ändern – mit dem ersten kostenlosen Sat-Internet. Starten soll es bis Mitte 2018 in Afghanistan, dem Irak und zwei Dutzend afrikanischen Staaten.

"Quika Free" heißt das Angebot, das die Tochter des Londoner IT- und Kommunikationstechnologiekonzerns Talia dafür zur Verfügung stellen will. "3,9 Milliarden Menschen, mehr als die Hälfte der Erdbevölkerung, sind nach wie vor offline", sagt Alan Afrasiab, CEO von Talia und Gründer von Quika. "Die Mehrheit dieser Menschen lebt in ländlichen Regionen und ist arm." Damit seien ganze Gebiete oder gar Länder von ökonomischem und technologischem Fortschritt abgeschnitten. "Quika wird helfen, diese Kluft zu überbrücken."

Schnelle und sichere Verbindung

Talia und Quika haben Kapazitäten von mehreren Satellitenbetreibern gemietet, um ihren Kunden auf insgesamt fünf Kontinenten einen Zugang zum weltweiten Netz zu ermöglichen – auch in abgelegenen Regionen. Die geostationären Satelliten kreisen in relativ geringer Höhe über immer denselben Erdregionen. Und mit einer Frequenz im Mikrowellenbereich (Ka-Band) sollen sie eine sichere und schnelle Verbindung ohne lange Verzögerung (Latenz) gewährleisten.

Wenn alles klappt wie geplant, wird das kostenlose Internet ab dem zweiten Quartal 2018 von den kommerziellen Quika-Angeboten finanziert. Für die Nutzer entfallen also regelmäßige Betriebskosten. Aber allein die Anschaffung und Einrichtung einer Satelliten-Empfangsanlage dürfte für viele Menschen in Angola, Mosambik oder dem Kongo unerschwinglich bleiben. Und vor allem in ländlichen Regionen gibt es häufig nicht einmal ein stabiles Stromnetz.

Immerhin ist Afrasiabs Vorstoß aber der erste Schritt, die digitale Kluft zu überwinden. Angekündigt hatten andere Unternehmen das auch schon. Mark Zuckerberg beispielsweise wollte bereits 2015 weite Teile Afrikas mit kostenlosem Satelliten-Internet versorgen und den Einfluss von Facebook damit auch auf diesem Kontinent erweitern. Noch ist das Zukunftsmusik. Elon Musk hatte 2017 verkündet, mit SpaceX innerhalb von zwei Jahren mehr als 4000 Satelliten ins All zu schießen, die auch die entlegensten Winkel der Erde mit dem Internet verbinden. Gratis-Versprechungen hat er aber vermieden. Damit wird "Quika Free" vermutlich also der erste kostenlose Sat-Internet-Anbieter der Welt – für zunächst 26 Staaten. Weitere sollen später folgen.

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