Sänger Max Raabe: "Fahr doch mit dem Rad"

Sänger Max Raabe: "Fahr doch mit dem Rad"

"Manchmal ist das Leben ganz schön leicht, zwei Räder, ein Lenker und das reicht" - so besingt Max Raabe das Radfahren auf seiner neuen Single. Zum Edison-Interview kommt er mit einem restaurierten Drahtesel aus den Fünfzigern und plaudert über das Leben als Zweiradfahrer in der Großstadt.

Fahrrad | Von Ilona Marx

Wie Mitte 50 sieht der Berliner Bariton wahrhaftig nicht aus, eher jungenhaft, wie ein für seine Streiche berüchtigter Sextaner, der die Schulglocke überhört hat. Keine Frage, Max Raabe ist in Form. Die hilft ihm auch bei seinem Tour-Marathon. Ob die gute Kondition vom ausgiebigen Fahrradfahren kommt, das er auf seiner jüngsten Single besingt?

Herr Raabe, Sie sind heute mit einem altertümlichen Herrenrad aus den 1950er-Jahren ohne Gangschaltung gekommen. Was gefällt Ihnen an diesem Oldtimer?

In erster Linie, dass es fährt! Es stand monatelang an der Ecke Friedrichstraße/Torstraße und war eine Ruine. Als ich einmal von einer langen Tour zurückkam und es immer noch da war, habe ich es mitgenommen. Obwohl das Hinterrad fehlte. Ich habe es dann von einem Fachmann aufbrezeln lassen.

Ich bin ja auf dem Land aufgewachsen. Da war Radfahren eine Selbstverständlichkeit. Wenn ich einen Freund anrufen wollte, hat meine Mutter immer gesagt: Wozu das denn? Fahr doch mit dem Fahrrad vorbei! Das war bei uns eine ganz pragmatische Angelegenheit.

Gibt es Strecken in Berlin, die Sie mit dem Rad meiden?

In Berlin ist ja schon einiges im Werden, man billigt den Radfahrern hier inzwischen mehr Raum zu. Wir sind zwar noch nicht so gut aufgestellt wie in Kopenhagen, aber auf dem richtigen Weg.

In Dänemark ist die Situation natürlich luxuriös. In Berlin gibt es sehr viele Rennrüpel auf Rädern, und man muss auf der Straße schon aufmerksam sein, um lebend von A nach B zu kommen. Rücksichtslosigkeit ist hier unter Fahrradfahrern genauso verbreitet wie unter Autofahrern.

Sollten Fahrräder aus Ihrer Sicht in der Stadt der Zukunft nicht prinzipiell eine größere Rolle spielen als heute?

Wie sähe die Stadt wohl aus, wenn alle, die jetzt das Auto nutzen, aufs Fahrrad umsteigen würden? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich müsste man dann mehrere Spuren einrichten: für Fahrradkuriere, Familien und Flaneure. Und schon bräuchte es breitere Straßen. Ich würde daher lieber vorschlagen, den öffentlichen Nahverkehr intensiver zu nutzen.

Das komplette Interview mit Max Raabe können Sie in der aktuellen Ausgabe von Edison lesen.

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