Interknitting: Sprechende Elektro-Kleidung

Interknitting: Sprechende Elektro-Kleidung

Strickgarn gepaart mit Elektronik: Das sind die Pullover des ungarischen Labels Interknitting von Designerin Zsófi Lévai. Deren Ziel: Menschen zusammenbringen. 

Leben | Von Kristina Wollseifen |

Der Strickpullover wirkt ziemlich unscheinbar: Rollkragen, Grundfarbe dunkelgrau, mit ein paar hellgrauen Streifen. Doch dann leuchten auf dem Kleidungsstück plötzlich blaue LED-Lämpchen auf: Das zeigt dem Träger, dass sein Pullover eine Verbindung zu einer anderen Person aufgebaut hat, die das gleiche intelligente Textil trägt. Findet keine Interaktion statt, geben die LEDs ein unregelmäßiges weißes Flimmern von sich.

Die smarten Stricksachen stammen vom Label "Interknitting", das die ungarische Designerin Zsófi Lévai im Jahr 2013 gegründet hat. Ihr Ziel: Die zwischenmenschliche Kommunikation auf eine neue Ebene zu heben. Die intelligente Kleidung besteht hauptsächlich aus ganz normalen  Materialien wie Merino und Kaschmir. In die Strickpullover sind aber verschiedene Garne und Sensoren eingearbeitet, die auf Töne, Bewegung und Berührung reagieren.

Kontakt in der Echtwelt

Wenn sich zwei Menschen in Interknitting-Kleidung treffen, können sich die Pullover miteinander synchronisieren. Haben die Träger zuvor ihren Pullover mit ihrem Instagram-Account verbunden, können sie in der Umgebung andere ausfindig machen, die ähnliche Interessen haben. Ein bisschen wie bei Kennenlern-Apps: Gibt’s ein Match, blinkt der Pulli.

Bisher kann Kleidung den Körper verstecken, ihn schützen oder ihn in der Öffentlichkeit besonders auffallen lassen, erklärte Lévai während der Berliner Fashion Week dem Blog 'Tech and the City'. "In Verbindung mit Technik erreicht Kleidung ein neues Level, das es vorher nie gab", ist die Designerin überzeugt.

Denn die intelligenten Pullover sollen Menschen zusammenbringen – und zwar anders als all die Kennenlern-Apps nicht in der digitalen, sondern in der analogen Welt. Interknitting-Gründerin Zsófi Lévai wurde bei der smarten Kollektion von ihrer Mutter, einer Software-Entwicklerin, unterstützt.

Das kam bei der Jury des Fashion-Fusion-Programms der Deutschen Telekom gut an, das im Sommer im Rahmen der Fashion Week in Berlin stattfand: Das Label Interknitting gehörte zu den neun Finalisten des Wettbewerbs für Innovationen im Textilbereich. Mit Unterstützung vom Veranstalter und weiteren Coaches sollen die Ideen nun Marktreife erlangen. 

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