Uber: Tödlicher Unfall mit Roboterwagen

Uber: Tödlicher Unfall mit Roboterwagen

Der Fahrdienstvermittler Uber testet seit Längerem autonom fahrende Autos - nun kam es in der US-Stadt Tampe zu einem tödlichen Unfall. Die Polizei geht allerdings nicht davon aus, dass der Selbstfahrer die Schuld trägt.

Autonomes Fahren

Das US-Unternehmen Uber hat nach einem tödlichen Unfall bis auf Weiteres sämtliche Tests mit selbstfahrenden Autos eingestellt. In der Stadt Tempe im Bundesstaat Arizona war in der Nacht von Sonntag auf Montag bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Uber-Auto eine Frau ums Leben gekommen. Es ist der erste bekannt gewordene tödliche Unfall mit einem Roboterwagen.

Das Fahrzeug, das autonom mit einem Sicherheitsfahrer am Steuer unterwegs gewesen sei, habe die Fußgängerin erfasst, als sie auf die Fahrbahn gekommen sei, berichteten der Sender ABC und die „New York Times“ am Montag unter Berufung auf die Polizei der Stadt Tempe. Die Frau hatte eine Straße neben dem eigentlichen Fußgängerüberweg überquert.

Die Frau starb wenig später im Krankenhaus an ihren Verletzungen, das Fahrzeug erfasste sie nach ersten Polizeiangaben autonom mit rund 64 Kilometern pro Stunde, erlaubt sind auf dem Streckenabschnitt gut 56 Kilometer pro Stunde (35 Meilen pro Stunde).

Die 49-Jährige möglicherweise obdachlose Frau ging über die Fahrbahn außerhalb eines Fußgängerübergangs und schob nach Angaben der Polizei ein Fahrrad neben sich. Polizeichefin Sylvia Moir sagte dem "San Francisco Chronicle", das Video einer Kamera des Uber-Wagens zeige, dass die Frau "direkt aus dem Schatten auf die Fahrbahn getreten" sei. "Es ist klar, dass dieser Zusammenstoß in jedem Modus, ob autonom oder manuell, schwer zu verhindern gewesen wäre." Zugleich sei der nächste Fußgängerübergang knapp 100 Meter entfernt gewesen.

Uber kooperiert

Die NHTSA nahm Kontakt mit Uber, den lokalen Behörden und auch dem Autobauer Volvo auf, dessen Fahrzeuge für Roboterwagen des Fahrdienst-Vermittlers umgebaut werden. Die Crash-Experten der Untersuchungskommission NTSB nehmen sich ebenfalls des Falls an. Sie treten bei Flugzeugabstürzen, aber auch anderen bedeutenden Unfällen auf den Plan, aus denen möglicherweise für das gesamte Verkehrssystem relevante Erkenntnisse folgen können. Mittlerweile geht die Polizei allerdings davon aus, dass das Uber-Fahrzeug keine Schuld trifft.

Uber teilte mit, das Unternehmen kooperiere mit den Ermittlern und stoppte vorläufig alle Testfahrten mit selbstfahrenden Autos. Der Fahrdienst-Vermittler testet seine Roboterwagen auch in San Francisco, Pittsburgh und Toronto.

Uber ist eines von mehreren Dutzend Unternehmen, die eigene Systeme für autonom fahrende Autos entwickeln und auf öffentlichen Straßen in den USA testen. Zugleich war das Roboterwagen-Programm des Fahrzeug-Vermittlers von Anfang an von Problemen belastet. Gleich am ersten Testtag in San Francisco wurde ein Uber-Wagen dabei gefilmt, wie er über eine rote Ampel fuhr. Zudem weigerte sich Uber zunächst, die nötige Lizenz zum Testen von Roboterautos zu beantragen und wurde zeitweise von der Straße verbannt.

Unfallzahlen sollen mit autonomen Autos sinken

Dass 90 Prozent der Unfälle auf Fehler von Menschen zurückgingen und die Technik autonomer Fahrzeuge sie verhindern werde, ist ein zentrales Argument der Entwickler von Roboterwagen. Zugleich bereitete sich die Branche darauf vor, dass es irgendwann auch einen Unfall mit Todesfolge mit selbstfahrenden Autos geben werde. Nach Angaben der NHTSA starben im Jahr 2016 mehr als 37 000 Menschen auf US-Straßen und die Zahl der Fußgänger-Tote stieg um neun Prozent an.

In Deutschland gibt es laut Statistischem Bundesamt etwa alle 200 Millionen gefahrene Kilometer einen Verkehrstoten. Uber dürfte autonom allerdings noch keine fünf Millionen Kilometer zurückgelegt haben, im Dezember waren es laut Forbes zwei Millionen Meilen.

Im Jahr 2015 war bereits ein Mensch am Steuer eines vom Computer gesteuerten Autos gestorben. Allerdings hatte damals der Fahrer eines Tesla die Kontrolle dem Fahrassistenzsystem des Elektroautos überlassen, obwohl bekannt war, dass es nicht in der Lage war, komplett die Steuerung des Wagens zu übernehmen. Er raste unter einen Lastwagen-Anhänger, der die Straße querte.

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