Toyota arbeitet am schweren Wasserstoff-Lkw

Toyota arbeitet am schweren Wasserstoff-Lkw

Toyota testet in Kalifornien einen neuen Brennstoffzellen-Truck. Den grünen Wasserstoff für den Antrieb produziert das Unternehmen selbst vor Ort.

Wasserstoff | Von Angela Schmid |

Als Toyota 2015 mit seinem ersten Brennstoffzellenfahrzeug an den Markt ging, wurde der japanische Autohersteller von der Konkurrenz belächelt. Die Stückzahl des Mirai war winzig. Das ist sie zwar heute immer noch - aber von den einigen wenigen Wasserstoffautos ist die Zahl mittlerweile immerhin auf 3000 pro Jahr angestiegen. Bis 2020 sollen es mindestens 30.000 pro Jahr werden.

Toyota ist von dem Potenzial des emissionsfreien Antriebs überzeugt und setzt nicht nur auf Pkw, sondern auch auf Lkw. Im "Project Portal" testen die Japaner seit 2017 einen wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenantrieb speziell für schwere Lkw, der einen nahezu lautlosen und schadstofffreien Güterverkehr ermöglicht. Mehr als 16.000 Testkilometer haben die Laster in und um die kalifornischen Häfen von Long Beach und Los Angeles abgespult.

Mehr als 670 PS hat der Alpha-Truck unter der Haube und ein maximales Drehmoment von fast 1800 Nm. Möglich machen dies zwei Brennstoffzellen-Stacks, die auch bereits in der Limousine Mirai zum Einsatz kommen, sowie eine relative kleine Batterie mit 12 Kilowattstunden (kWh).

482 Kilometer Reichweite

Jetzt hat Toyota mit dem Beta-Truck die Reichweite seines Vorgängers um 161 auf insgesamt 482 Kilometer mit einer Tankfüllung erhöht und dem Brennstoffzellen-Truck eine größere Alltagstauglichkeit und bessere Manövrierfähigkeit verpasst. "Nachdem der erste Lkw die grundsätzliche Machbarkeit bewiesen hatte, brauchten wir etwas, das nicht nur besser als das erste Modell ist, sondern auch besser kommerziell nutzbar", erklärt Andrew Lund, Chefingenieur des Projekts. Im Herbst startet die Erprobungsphase.

Potenzial gibt es reichlich: Allein in den Häfen von Long Beach und Los Angeles sind mehr als 16.000 Lkw im Einsatz, bis 2030 wird sich diese Zahl verdoppeln. Sie beeinträchtigen Klima und Lebensqualität durch Schadstoff- und Geräuschemissionen. "Brennstoffzellen-Lkw begegnen diesem Problem und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Toyota Environmental Challenge 2050, mit der die CO2-Emissionen sowohl der Toyota Modelle als auch im gesamten Geschäftsbetrieb deutlich reduziert werden sollen", sagt Lund.

Den Wasserstoff produziert Toyota selbst

Der Wasserstoff soll in Zukunft aus der eigenen Produktion kommen. Toyota will im Hafen von Long Beach das weltweit erste Brennstoffzellen-Kraftwerk zur Stromerzeugung im Megawatt-Bereich bauen. Die "Tri-Gen" genannte Anlage produziert ab 2020 rund 2,35 Megawatt Strom und 1,2 Tonnen Wasserstoff pro Tag aus Bio-Abfällen, was dem Energiebedarf von 2350 Durchschnittshaushalten und fast 1500 Fahrzeugen entspräche.

Als erste Toyota Anlage in Nordamerika nutzt sie ausschließlich nachwachsende Energien vorwiegend aus landwirtschaftlichen Abfällen. Mit Unterstützung von Air Liquide entsteht damit eine der größten Wasserstoff-Tankstellen der Welt.

Tri-Gen wurde von FuelCell Energy entwickelt, einem auf die Errichtung und den Betrieb von Brennstoffzellen-Kraftwerken spezialisierten Unternehmen aus den USA. Unterstützt wird der Bau der Anlage von verschiedenen bundesweiten, regionalen und kommunalen US-Behörden sowie der Universität Kalifornien in Irvine, deren Forschung bei der Entwicklung der Schlüsseltechnologie geholfen hat. Im Bundesstaat an der US-Westküste gibt es bereits 31 Wasserstoff-Tankstellen, für weitere Stationen arbeitet Toyota mit verschiedenen Partnern, darunter auch dem Mineralölkonzern Shell, zusammen.

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