Stark Mobility: Scooter-Sharing als Investition für Privatleute

Stark Mobility: Scooter-Sharing als Investition für Privatleute

Beim Berliner Start-up Stark Mobility können in Zukunft Privatpersonen E-Scooter kaufen – um sie dann direkt wieder fürs Sharing anzubieten.

Carsharing | Von Susanne Frank |

Dieser Sommer wird der Sommer des elektrischen Tretrollers. Wohl ein Dutzend Anbieter stehen in den Startlöchern, um das bei uns bislang noch verbotenen Stadtmobil zu vermieten. Sobald es das Gesetz erlaubt, wollen Bird, Lime und all die anderen ihre E-Scooter in unseren Städten verteilen. Dazu hat die Hype-Branche über den Winter viele Millionen Euro an Investorengeldern eingesammelt.

Auch Stark Mobility will bei dem großen Spiel mitmischen, allerdings geht das in Berlin ansässige Start-up einen etwas anderen Weg. "Uns gehören die Geräte nicht selbst", sagt Gründer Laurens Laudowicz. Stark Mobility kündigt vielmehr eine Plattform an, auf der sich Käufer und Mieter von Fahrzeugen zusammenfinden können. Elektrische Roller sollen nur der Einstieg sein, weitere Fahrzeugarten sind geplant. "Wie ein Airbnb für die Mobilität", beschreibt der 38-Jährige sein Geschäftsmodell.

Wer in einen E-Scooter investieren will, wird bei Stark zum "Host". Über die App erwirbt er ein komplettes Fahrzeug oder Anteile daran. Das Gerät bekommt der Host aber nur digital zu Gesicht – als Bild und ID-Nummer. Mit deren Hilfe lässt sich per App der Stand der Investition verfolgen: Wie stark die Batterie geladen ist, für wie viele Fahrten der Scooter gebucht wurde, welche Gebühren er täglich einsammelt. Stark wickelt alle Abläufe um die Vermietung und Wartung der Fahrzeuge ab, die Eigentümer bekommen einen Teil der Mieteinnahmen gutgeschrieben.

Schon nach wenigen Monaten soll sich das Investment auszahlen, verspricht der Unternehmer. Er will besonders robuste Scooter einsetzen, die deutlich länger halten sollen als die am Sharing-Markt üblichen Modelle. Die sind oft schon nach drei Monaten durch, Stark plant mit mindestens sechs Monaten Lebensdauer. Nach den Scootern sollen weitere Fahrzeuge auf der Plattform auftauchen. Das erste Automodell wird wohl das Tesla Model 3 sein. "Anders als die üblichen Sharing-Anbieter fördern wir die lokale Wirtschaft", sagt Gründer Laudowicz zu seiner Variante des Teilens. Sein Argument trifft zumindest dann zu, wenn die Hosts aus derselben Stadt kommen wie die Endnutzer.

Ans Klima angepasste Fahrzeuge

Noch ist die Idee in der Testphase. Wo und mit welchen Fahrzeugen er in den nächsten Monaten am Markt startet, will Laudowicz nicht verraten. Er sammelt noch Investorengelder ein, auch große Autohersteller seien eingestiegen. "Wir werden in Städten unter einer Million Einwohner beginnen", kündigt der Gründer lediglich an. Das klingt vernünftig, denn Berlin, Hamburg und München sind mit Sharing-Angeboten überbesetzt. Erfahrungen in der Mobilitätsbranche hat Laudowicz in den USA gesammelt. Dort vertreibt Stark ein elektrisch angetriebenes Skateboard.

Auf seiner Sharing-Plattform will das Unternehmen das Angebot möglichst flexibel halten. "Wir werden regional unterschiedliche Fahrzeuge aufnehmen. Je nach Klima oder Struktur", sagt Laudowicz. Örtliche Autohersteller könnten ihre Modelle über die Plattform anbieten.

In Nordeuropa wiederum dürften weniger Scooter gefragt sein als im warmen Spanien. Stark will in der Ausgestaltung beweglich bleiben, eine Gemeinsamkeit sollen aber alle Fahrzeuge aufweisen: den Elektroantrieb. Denn "nur der ist effizient", ist Laudowicz überzeugt.

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