"Scout": Amazon testet autonomen Liefer-Roboter

"Scout": Amazon testet autonomen Liefer-Roboter

Ein rollender Roboter soll sich autonom durch Seattles Vororte navigieren und Pakete ausliefern. Nicht nur Amazon forscht derzeit an einigen Möglichkeiten, Waren ohne Menschen auszuliefern – marktreif ist noch keine.

Autonomes Fahren | Von Peter Vollmer |

Für Roboter-Fans ist Seattle ein lohnenswertes Ziel, es gibt viele freie Stellen und experimentierfreudige Unternehmen. Amazon gehört sicher zu den bekanntesten und will nun vor der eigenen Haustür auch die Waren per Roboter unter die Kunden bringen. "Scout" heißt die Amazon-Division, die den kleinen Rollwagen entwickelt hat.

Auf dem Firmenblog erklärt Sean Scott, der Vizepräsident von Amazon Scout, dass das Unternehmen viel in autonome Transportmöglichkeiten investiert habe. Ab sofort könne man die kleinen Rolltransporter in Snohomish County sehen, also dem Gebiet nördlich von Seattle. Dort werde er vor allem über Bürgersteige fahren, im Schritttempo und mit einem digitalen Blick für Fußgänger, Tiere und andere Hindernisse.

Vorerst sind es nur sechs Fahrzeuge, die auch nur tagsüber fahren werden. Wer auf Werbesprache steht, findet Scotts Beitrag hier. Dabei ist Amazon natürlich nicht das erste Unternehmen, das solche Fahrzeuge testet – die Städte der Welt haben die autonomen Lieferroboter aber noch nicht erobert, meist fahren sie auf geschlossenen Geländen, etwa bei Universitäten.

Amazon will die Auslieferung seiner Waren zunehmend selbst übernehmen – auch in Deutschland bemüht sich das Unternehmen um weniger Abhängigkeit von anderen Transportunternehmen. Aber Firmenchef Jeff Bezos hatte vor Jahren auch schon eine Auslieferung mit Drohnen angekündigt, die es ebenfalls noch nicht über die Testphase hinaus geschafft hat.

Flächendeckend keine autonomen Roboter

In Deutschland übt der größte Konkurrent DHL ebenfalls seit Jahren mit Drohnen, und auch die neuen elektrischen Paketautos Streetscooter sollen künftig autonom fahren können.

Ob kleine autonome Einheiten wirklich alltagstauglich sind? Der Robotik-Forscher Péter Fankhauser von der Zürcher ETH-Ausgründung Anybotics zeigte sich in der aktuellen EDISON-Ausgabe kritisch: "Wir müssen uns an solche autonomen Systeme noch gewöhnen." Sobald Menschen den Robotern nicht helfen, sondern sie ärgern oder sogar beschädigen, lohne sich der beste autonome Roboter nicht mehr.

In einem Video zeigt Amazon, wie die Auslieferung ablaufen soll. Allerdings in einer perfekten Umgebung. Das Wetter, sagt ein Kommentator, lasse schon mal nicht auf (das oft regnerische) Seattle schließen. Und die Schauspielerin geht mit dem Roboter auch sehr sorgsam um.

Dass selbst die autonomen Systeme noch Schwierigkeiten im Umgang miteinander haben, zeigte sich zuletzt auf der Technik-Messe CES. Dort fuhr ein autonom fahrender Tesla einen autonomen Roboter an. Für ein paar Jahre sind wir Menschen also noch nicht ganz überflüssig.

Hier das Video:

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