Qantas Jungfernflug mit Biotreibstoff

Qantas Jungfernflug mit Biotreibstoff

Die australische Fluggesellschaft Qantas betankt ihre Flieger mit Biotreibstoff aus Senfsaat. Dadurch reduziert das Unternehmen die CO2-Emissionen.

Fliegen | Von Angela Schmid

Qantas fliegt täglich von Melbourne nach Los Angeles. 15 Stunden dauert der Flug und verbraucht dabei große Mengen an Kerosin. Doch damit ist jetzt Schluss. Denn die australische Fluggesellschaft hat den weltweit ersten Flug über den Pazifik mit Biotreibstoff absolviert. 18 Tonnen weniger fossile Kohlenstoffemissionen als üblich soll der Flug mit dem Dreamliner 787-9 verursacht haben. Das hat überzeugt: Bis 2020 will Qantas alle Flüge nach Los Angeles mit erneuerbaren Kraftstoffen antreiben.

Komplett "bio" ist es allerdings noch nicht. Dem Kerosin sind lediglich zehn Prozent des Biokraftstoffs beigemischt worden. Damit reduziert Qantas auf dieser Strecke die Emissionen im Vergleich zum normalen Kraftstoff um sieben Prozent.

Bei der Herstellung des Bio-Treibstoffs kommt Brassica carinata zum Einsatz. Hinter dem Begriff steckt eine Industrie-Senfsaat, aus der hochwertiges Öl gewonnen und zu Treibstoff raffiniert wird. Das Öl ist nach Aussage von Anthony van Herwaarden von der University of Queensland ideal zur Produktion von Biokraftstoffen für die Luftfahrt und für Flugfeldfahrzeuge.

Auch Landwirte profitieren

Bei der Suche nach Bio-Öl für Flugzeuge war es den Wissenschaftlern der Universität wichtig, keinen Rohstoff zu verwenden, dessen Anbau Lebensmitteln Konkurrenz macht. Spezielle Produktionswege oder Weiterverarbeitungsmethoden sind nicht notwendig und die Pflanze verbraucht wenig Wasser, was für die heiße Region besonders wichtig ist. Außerdem verbessert die Brassica die Bodenqualität und verhindert Krankheiten. "Somit können Erosionen reduziert und der Ertrag der nachfolgenden Saat erhöht werden", erklärt van Herwaarden. Auch die Landwirte profitieren also vom Anbau.

Übendrein sieht die gelb blühende Pflanze auch noch hübsch aus. Ihren größten Vorteil spielt sie aber im Flugzeugtank aus: "Auf Carinata basierende Kraftstoffe ermöglichen eine signifikante Reduktion von bis zu 80 Prozent der CO2-Emissionen im Vergleich zu auf Erdöl basierenden Kraftstoffen", sagt van Herwaarden. Diese Rechnung gilt allerdings nur, wenn der Kraftstoff zu 100 Prozent verwendet und nicht nur beigemischt wird wie bei dem Pazifikflug.

Bis 2020 soll in Australien die erste kommerzielle Bio-Raffinerie entstehen, die den Senftreibstoff herstellt. Nicht nur die australische Airline Qantas schaut sich nach Alternativen um. Fluglinien wie Alaska Airlines und die niederländische Firma KLM testen ebenfalls alternative Treibstoffe.

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