Pikes Peak: viel Energie für nur 20 Kilometer

Pikes Peak: viel Energie für nur 20 Kilometer

Volkswagen hat für das Bergrennen im US-Staat Colorado mit dem I.D R ein Elektromobil der ganz besonderen Art geschaffen. Bärenstark, superschnell, aber etwas kurzatmig.

Elektroautos | Von Roland Löwisch

VW hat in nur acht Monaten einen Renner für das legendäre Rennen auf die Räder gestellt, der zumindest optisch auch für ein 24-Stunden-Rennen auf dem Mars geeignet wäre. Tatsächlich hat die Porsche-Aerodynamik der Le-Mans-Renner einen großen Einfluss auf das Projekt. Ein geschlossenes Auto ist ideal für den Berg: Der E-Antrieb benötigt weniger Kühlung als ein Verbrennungsmotor, deshalb benötigt das Fahrzeug nicht so viele Lufteinlässe. Die Karosserie aus Carbonfasern samt Stahlüberrollbügel und das Fahrwerk haben die Experten zusammen mit dem Rennfahrer Romain Dumas entwickelt. Der unterhält sowohl sein eigenes Rennteam, unterstützt aber auch andere Teams bei der Hatz auf den Berg und ist selber dort schon ein paar Mal erfolgreich hochgerast. Sowohl 2014 als auch 2016 und 2017 war er Gesamtsieger.

Das Auto produziert einen Teil seiner Energie selbst

Der VW I.D. R Pikes Peak verfügt über zwei bärenstarke Elektromotoren, die zusammen 500 Kilowatt auf alle vier Räder abgegeben. Das maximale Drehmoment beträgt 650 Newtonmeter, der Wagen wiegt nur etwa 1100 Kilogramm. Die Batterien sind im Boden versteckt und sollen kurzzeitig maximale Energie bieten. Wobei das Hauptproblem war, die Batterien möglichst leicht zu gestalten und trotzdem für eine hohe Leistungsdichte im Hoch-Volt-Bereich zu sorgen - für möglichst viel Energie auf einer Fahrstrecke, die nicht einmal 20 Kilometern lang ist. Dafür müssen Batterie und Motoren genau aufeinander abgestimmt sein.

Vorteil des E-Racers gegenüber einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor: Ein Stromer verliert keine Leistung, wenn es in die Berge geht. Rund 20 Prozent seiner benötigten Energie produziert das Auto bei seiner Fahrt beim Bremsen selber. Dabei wirken die Elektromotoren als Generatoren.

Eine besondere Herausforderung ist die Schnellladung. Zwar hat jeder Rennwagen nur einen Versuch. Aber sollte ein begonnener Lauf abgebrochen werden müssen aus Gründen, die nicht vom Auto, Fahrer oder Team zu verantworten sind, muss die Batterie des Autos so schnell wie möglich wieder aufgeladen werden können. VW schafft das nun in 30 Minuten dank eines transportablen Systems, das mit Glyzerin betrieben wird.

Technische Daten

AntriebAllradantrieb mit zwei Elektromotoren
und aktiver Drehmomentverteilung

Leistung

500 Kilowatt (680 PS)

Max. Drehmoment

650 Newtonmeter

Radstand

2850 Millimeter

Länge / Breite / Höhe

5200 / 2350 / 1200 Millimeter

Spurweite

1600 Millimeter

Gewicht

1100 Kilogramm (inkl. Fahrer)

Sprint von 0 auf 100 2,25 Sekunden

Höchsttempo

ca. 240 Kilometer pro Stunde

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