Opel bietet den E-Corsa zum Kampfpreis an

Opel bietet den E-Corsa zum Kampfpreis an

Sportliche 29.900 Euro verlangen die Rüsselsheimer für ihren neuen E-Flitzer und wollen so Elektroautos massentauglich machen - nicht zuletzt um die strengen CO2-Grenzwerte in Europa zu meistern.

Elektroautos | Von Franz W. Rother |

Georg von Opel wusste schon vor über 40 Jahren, dass der Elektroantrieb einem Verbrennungsmotor in vielen Belangen überlegen ist: 1971 baute er einen Sportwagen vom legendären Typ GT zum Stromer um, der bei einem Rekordversuch auf dem Hockenheimring eine Höchstgeschwindigkeit von 214 km/h erreichte. In Serie ging das schnittige Elektromobil - mit einer Nickel-Cadmium-Batterie von Varta - freilich nie. Auch der Impuls 1, ein Elektroauto auf Basis des Kadett, das Opel-Ingenieure 1990 zusammen mit RWE und wieder mit dem Batteriehersteller Varta entwickelten, blieb ein Prototyp. Und der Ampera E von 2016? Startete verheißungsvoll, kam aber nach der Entscheidung von General Motors, Opel an Peugeot-Citroen zu verkaufen, ebenfalls nicht auf größere Stückzahlen in Europa.

Reichweite 330 Kilometer

Erst jetzt, im 120. Jahr des Bestehens und unter dem Dach des französischen Autokonzerns, setzt Opel auf die Elektromobilität: Heute wurden in Rüsselsheim die Bestellbücher für den neuen e-Corsa eröffnet, der ab Oktober im spanischen Werk Saragossa in Produktion geht. Nach Stand der Dinge wird er ab Frühjahr 2020 an Kunden in Europa ausgeliefert wird - zu einem Basispreis von 29.900 Euro und für 33.000 Euro in einer gut ausgestatteten First Edition. Schon die Preise sind eine Kampfansage. Die inneren Werte sind es auch: Der fünfsitzige Kompaktwagen hat eine Lithium-Ionen-Batterie an Bord, die 50 Kilowattstunden Strom speichern kann. Das soll unter realitätsnahen Bedingungen für eine Reichweite von 330 Kilometern genügen. Und ist der Akku einmal leer, lässt er sich an einer geeigneten Schnellladesäule mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilowatt pro Stunde wieder aufladen.

Keine Aussage zu Stückzahlen

„Wir starten heute in eine Ära bezahlbarerer Elektromobilität“, feierte Opel-Chef Michael Lohscheller die Weltpremiere des neuen Hoffnungsträgers. Und beim e-Corsa wird es nicht bleiben: Bis 2024, kündigte er an, werden sämtliche Modelle von Opel elektrifiziert sein, also mindestens einen elektrischen Hilfsantrieb an Bord haben. Immerhin werden im kommenden Jahr nicht nur der Corsa, sondern auch der Nachfolger des Mokka X sowie der Lieferwagen Vivaro in einer Variante mit batterieelektrischem Antrieb verfügbar sein. Und noch in diesem Jahr startet in Eisenach die Produktion des Grandland X Hybrid 4 - der 220 Kilowatt starke Allradler wird bis zu 52 Kilometer weit emissionsfrei fahren können.

Mit diesen und weiteren Fahrzeugen will Opel die strengen CO2-Grenzwerte in der EU für Fahrzeugflotten erfüllen - und trotzdem Gewinne einfahren. Im vergangenen Jahr haben die Rüsselsheimer nach langer Durststrecke wieder einen operativen Gewinn von 859 Millionen Euro eingefahren und mit dem Verkauf von über 1 Million Fahrzeugen eine Rendite von 4,7 Prozent erzielt. „Opel goes electric“ - so der Slogan - soll die Energiewende aber nicht subventionieren. „Auch mit dem e-Corsa wollen wir Geld verdienen“, versicherte Lohscheller im Gespräch mit EDISON. Wie viele Exemplare des e-Corsa er im kommenden Jahr verkaufen will und wie viele Batteriepacks er beim französischen Partner geordert hat, wollte er allerdings nicht sagen: „Der Markt entscheidet.“

Und, na klar, der Partner in Paris, der die technische Plattform e-CMP alias EMP1 für die Stromer und die Teil-Stromer liefert. Denn parallel zum e-Corsa von Opel starten die Schwestermodelle Peugeot e-208 und DS3 Crossback e-Tense. Der Opel wird sich also nicht nur gegen die bisherigen Platzhirsche Nissan Leaf und Renault Zoe und gegen den neuen ID.3 von Volkswagen behaupten müssen, sondern auch gegen die Alternativen aus dem eigenen Konzern.

Das Rennen ist eröffnet - und Opel meint es diesmal ernst.

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