Nissan Leaf: Mehr Reichweite dank größerem Akku

Nissan Leaf: Mehr Reichweite dank größerem Akku

Auf der CES in Las Vegas hat Nissan einen Leaf mit größerem Akku vorgestellt. Die neue Variante soll bis zu 385 Kilometer weit kommen. Ein großes Fragezeichen aber bleibt.

Elektroautos | Von Sebastian Schaal |

Mit einigen Wochen Verspätung hat Nissan eine neue Variante seines Elektroautos Leaf mit größerem Akku vorgestellt. Der vorerst als limitiertes Sondermodell "3.ZERO e+" erhältliche Wagen bietet neben einer höheren Reichweite auch mehr Leistung. Er ist ab sofort bestellbar, die Auslieferung des neuen Modells soll im Sommer starten.

Die Leistung steigt von den bekannten 110 kW (150 PS) auf 160 kW (217 PS). Weitere technische Daten wie Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit nennt Nissan noch nicht. Nur zur Batterie gibt es mehr Infos: Der Stromspeicher fasst jetzt 62 statt der bekannten 40 kWh des Standard-Modells. Die höhere Kapazität ist die Folge mehrerer Veränderungen, so wurden unter anderem 288 statt der üblichen 192 Zellen verbaut. Die 55 Prozent höhere Speicherkapazität sorgt für rund 40 Prozent mehr Reichweite. Diese geben die Japaner derzeit mit 385 Kilometern nach WLTP-Messweise an – dieser Wert ist aber noch nicht final.

In der Pressemitteilung geht Nissan allerdings nicht auf das Laden der neuen Batterie ein. Der Standard-Leaf verfügt über keine Flüssigkeitskühlung für den Akku. Wird die Batterie auf einer langen Fahrt mehrmals hintereinander mit Gleichstrom geladen, kann der Akku zu heiß werden und das Auto regelt die Ladeleistung unter die maximal möglichen 50 kW ab – Stichwort "Rapidgate". Das kann zu deutlich längeren Ladezeiten führen. Bei neueren Fahrzeugen schien dieses Phänomen aber nicht mehr so stark aufzutreten.

Einem Bericht von Electrive zufolge soll aber auch der e+ über keine Flüssigkeitskühlung verfügen. Da die Ladeleistung mit der großen Batterie auch angehoben werden sollte, würde das eigentlich weitere Temperatur-Probleme nach sich ziehen.

Bekannt ist allerdings schon, dass Nissan für das Sondermodell 46.500 Euro aufrufen wird. Unklar ist noch, was später ein regulärer Leaf e+ mit einem normalen Ausstattungspaket kosten wird.

Parallel zu dem Batterieupdate wird die Sonderausstattung "3.ZERO" auch für das 40-kWh-Modell verfügbar sein. Der Wagen kostet dann mindestens 40.300 Euro und basiert auf der "Tekna"-Ausstattung, also dem bisherigen Top-Modell. In der neuen Variante bietet der Wagen ein neues Infotainment-System inklusive Acht-Zoll-Touchscreen, das zusätzliche Konnektivitätsdienste wie die Door-to-Door-Navigation ermöglicht. Bekannte Systeme wie der ProPilot und das e-Pedal bleiben unverändert.

Mit einem Normverbrauch von rund 20 kWh auf 100 Kilometer (je nach Ausstattung knapp darüber oder darunter) kommt der 40-kWh-Leaf auf eine WLTP-Reichweite von 270 Kilometer. Da der 62-kWh-Leaf noch nicht final freigegeben ist, sind hier noch keine Verbrauchswerte bekannt. Es wird also spannend zu beobachten, wie er sich im Vergleich zu anderen Elektroautos schlägt. Das 204 PS starke Korea-Duo Hyundai Kona Elektro und Kia e-Niro mit 64-kWh-Batterie kommen auf einen Normwert von 450 Kilometer. Was der Leaf kann, müssen dann Tests im Sommer (und später vor allem Winter) 2019 zeigen.

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