Mitwanderndes Licht: Münster testet Laternen mit Sensoren

Mitwanderndes Licht: Münster testet Laternen mit Sensoren

Sparsame Lampen: Bewegungs-Sensoren sorgen in Münster dafür, dass sich nicht benötigte Laternen herunterdimmen. Das Licht wandert einfach mit.

Stadtplanung | Von Angela Schmid

Straßenlaternen verschlingen eine Menge Strom, vor allem ältere Modelle. Dabei könnten moderne Leuchtmittel, wenn sie intelligent gesteuert sind, 70 Prozent des Energieverbrauch einsparen. Das haben jetzt Professorin Birgit Hartz und Robin Kersten vom Fachbereich Bauingenieurwesen der Fachhochschule Münster gezeigt.

Die Idee von Stadt und Stadtwerken: Licht soll nur dort und dann eingesetzt werden, wo und wenn es auch gebraucht wird. Auf einem knapp 700 Meter langen Abschnitt eines Geh- und Radwegs testet die Stadt das bewegte Licht. 19  Straßenlaternen mit LED-Technik und Bewegungssensoren dimmen das Licht automatisch auf zehn Prozent der tatsächlichen Leuchtkraft herunter, wenn niemand in der Nähe ist. Löst eine Bewegung den Sensor aus, strahlt das Licht wieder heller. Aber immer nur genau die Leuchte direkt neben dem Fußgänger und die beiden darauffolgenden Leuchten. "Es entsteht eine Lichtwabe, die den Menschen begleitet", erklärt Kersten.

Das Potenzial für den Klimaschutz ist groß: Rund 4000 Leuchtpunkte kommen in Münster für die Bewegungssteuerung in Frage. Durch eine Umstellung würden jährlich mehr als 350 Tonnen des Treibhausgases CO2 vermieden und mehr als eine halbe Million Kilowattstunden Energie gespart.

Infrarot und Radar

Getestet wurde auch, ob sich eher Infrarot- oder Radarsensoren eignen. Infrarotsensoren erkennen Personen durch Wärmestrahlung, Radarsensoren reagieren auf Geschwindigkeit. Das Ergebnis: Beide Systeme funktionieren. Die Sensoren haben unabhängig von den Witterungsbedingungen überwiegend fehlerfrei gearbeitet, lediglich Kleintiere lösten teilweise Fehlschaltungen aus. Nur der Radarsensor sprang bei langsamen Fußgängern nicht an.

Auch den Passanten gefällt das neue Licht. Die meisten Befragten fanden die Lichtwabe angenehm, und wer in der Nähe des Weges wohnt, fühlte sich durch die adaptive Beleuchtung nicht gestört. "Uns ist wichtig, ein System zu wählen, das von der Bevölkerung angenommen wird und das natürlich einwandfrei funktioniert", sagt Andreas Groot-Körmelink vom Tiefbauamt der Stadt Münster, der bereits das nächste Testprojekt in einem Wohngebiet vorbereitet.

Ein Konzept, das auch Experten überzeugt: Auf dem Kongress der Deutschen Energie-Agentur dena in Berlin belegte das Pilotprojekt den 2. Platz beim Publikumspreis. Beim dena-Kongress werden nationale und internationale Projekte prämiert, die in besonderem Maße zu einem zukunftsfähigen, integrierten Energiesystem beitragen.

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