Lumenaza: Energieverbrauch auf einen Blick

Lumenaza: Energieverbrauch auf einen Blick

Strom aus der eigenen Solaranlage, dem Batteriespeicher des Nachbarn oder von dem Windrad in der Umgebung: Das Start-up Lumenaza will mit seiner Software die Komplexität der dezentralen Energieversorgung steuern.

Energiewende | Von Tim Kröplin |

Ob nun Windkrafträder oder Solarpanele, mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Angeboten zur Stromversorgung mithilfe von erneuerbaren Energien. Dementsprechend gibt es auch viele Erzeuger, die ihren Strom verschiedensten Versorgern wie Stadtwerken anbieten. So entsteht ein Netzwerk, das gerade für die Verbraucher nicht so leicht zu durchblicken ist. Schließlich möchten diese auch wissen, woher ihr Strom letztendlich kommt. Diese und andere Fragen sollen Energiemanagementsysteme einfach beantworten. Deshalb haben sich mit der Zeit verschiedene Unternehmen auf diese Systeme spezialisiert. EnergyWeb wäre da ein Beispiel. Der Softwareanbieter möchte es ermöglichen, die Energieflüsse zu erkennen, um darauf die anfallenden Energiekosten zu reduzieren. Ein anderes junges Unternehmen will da noch einen Schritt weiter gehen.

Das Start-up Lumenaza bietet eine cloudbasierte Software an, die auf regionale Versorger sowie Erzeuger ausgerichtet ist. Dabei sollen die Kunden zum Beispiel einsehen können, wie viel Strom sie verbrauchen oder woher dieser kommt. "Unsere Software kann zudem mehrere Anlagen bündeln und zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenfassen. Dafür kaufen wir den Strom von unterschiedlichen Erzeugern und bieten diesen beispielsweise regionalen Stadtwerken an. Mithilfe unserer Software kann man dann nachverfolgen, woher der Strom genau kommt", erklärt der CEO Christian Chudoba. Die Software erzeugt praktisch einen digitalen Verbund der Teilnehmer aus der neuen Energiewelt, in dem die Versorger, Produzenten, Batterie- und Elektromobilbesitzer eingebunden werden. Die Plattform, auf der alle Informationen eingesehen werden können, wird von dem Unternehmen auch als "Utility-in- a-box" bezeichnet.

"Entscheidend ist auch, dass wir überschüssigen Strom weiter vermarkten", so Chudoba. Das Unternehmen bietet zudem unterschiedliche Softwarelösungen an, die an die jeweiligen Kundenwünsche angepasst werden. "Die Grundkomponenten unseres Programms sind an sich immer gleich. Diese bringen wir mit einer Algorithmik in Einklang mit den jeweiligen Vorstellungen der Anbieter sowie Verbraucher", erklärt Chudoba.

"Eine konservative Branche"

Das Unternehmen setzt auf ein Content-Management-System (CMS), welches die Daten zur Herkunft des Stroms oder den Verbrauch online zur Verfügung stellt. Die gesammelten Daten müssen dementsprechend gut geschützt werden. Lumenaza hat dafür Vorkehrungen getroffen: "Es fängt damit an, dass unsere Rechenzentren in Deutschland liegen und nach allen Regeln der Kunst abgesichert sind. Schließlich stellen wir die Plattform auch Konzernen zur Verfügung. Zudem sorgen wir für einen verschlüsselten Datentransfer", sagt Christian Chudoba.

Allerdings gibt es laut dem CEO auch Schwierigkeiten, die Softwareoption für die Stromindustrie interessant zu machen: "Die Energiewirtschaft ist immer noch eine recht konservative Branche, die sich allerdings durch die Verbreitung von dezentralisierten Stromerzeugnissen künftig verändern sollte. Schließlich werden diese für den Endkunden greifbarer." Für Chudoba ist es also nur eine Frage der Zeit, bis sich etablierte Unternehmen für die Softwareoption, wie sie von Lumenaza angeboten wird, begeistern können.

Energiemanagement ohne Grenzen

Die Anfänge sind bereits gemacht: E.ON, EnBW New Ventures und der VC Fonds Technologie Berlin unter Führung der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH haben Lumenaza in der letzten Finanzierungsrunde mit insgesamt 2,5 Millionen Euro unterstützt. Dementsprechend möchte Chudoba noch einen Schritt weitergehen: "Wir sind ein Softwaredienstleister. Gerade deshalb ist Weiterentwicklung für uns ein stetiges Thema, weshalb wir die Märkte im Ausland analysieren wollen, um darauf unseren Weg dorthin zu finden. In Schweden konnten wir uns bereits an einem Projekt beteiligen." Dieses wurde von E.ON in dem südschwedischen Dorf Simris ins Leben gerufen. Dort gibt es etwa 140 Haushalte, die fast allesamt ihren Energiebedarf ausschließlich über Windkraft- und Photovoltaikanlagen decken. Lumenaza kümmert sich dabei um die Darstellung der Energieflüsse. So können die beteiligten Haushalte erkennen, wie viel ihre jeweilige Anlage produziert und welche Strommenge sie selbst verbrauchen.

Auch der asiatische Raum wäre für das Start-up interessant. Dort gelten allerdings etwas andere Regularien, weshalb es noch etwas dauern könnte, bis der Markt dort erschlossen werden kann. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie es sich in nächster Zeit entwickelt. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wachstum erfüllt Lumenaza zumindest.

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