Klimaschutz im Verkehr: EU verschärft CO2-Grenzwerte für Autos

Klimaschutz im Verkehr: EU verschärft CO2-Grenzwerte für Autos

Die Autohersteller kämpfen darum, die Emissionsziele der EU für 2021 zu erreichen - und nun formuliert Brüssel die nächste Etappe.

Emissionen | Von DPA |

Die Europäische Union will bis 2030 deutlich klimafreundlichere Autos auf die Straße bringen. Neuwagen sollen dann im Schnitt 37,5 Prozent weniger Kohlendioxid in die Luft blasen als 2021. Auf die neuen CO2-Grenzwerte einigten sich die EU-Staaten, das Europaparlament und die EU-Kommission am Montagabend.

Wenig überraschend: Die Autoindustrie kritisierte die neuen Vorgaben umgehend als überzogen und unrealistisch. Den Grünen gehen sie nicht weit genug.

Immerhin sind die Vorgaben schärfer, als Bundesregierung dies ursprünglich wollte, die sich zuletzt immer wieder für weniger strenge Abgas-Grenzwerte eingesetzt hatte. In diesem Fall 30 Prozent, während das Europaparlament für 40 Prozent plädierte. Für leichte Nutzfahrzeuge - also zum Beispiel Lieferwagen - sieht der Kompromiss nun eine CO2-Reduzierung um 31 Prozent vor.

Verbraucher profitieren, aber nicht alle Unternehmen

Der europäische Verbraucherverband BEUC unterstreicht aber, dass niedrige CO2-Werte auch weniger Verbrauch bedeuten und Fahrer bei neuen sparsamen Modellen Sprit und Geld sparen können.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete nannte die Vereinbarung ehrgeizig und ausgewogen. Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke sagte: "Wir brauchen Grenzwerte, die nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität zu erreichen sind." Die Grünen-Umweltexpertin Rebecca Harms sprach von einem Armutszeugnis, meinte aber auch: "Dieser Kompromiss ist das Beste, was mit den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten zu erreichen war."

Der Verband der Automobilindustrie reagierte aus anderen Gründen sehr kritisch. "Diese Regulierung fordert zu viel und fördert zu wenig", erklärte der VDA. "Niemand weiß heute, wie die beschlossenen Grenzwerte in der vorgegebenen Zeit erreicht werden können." Nirgends sonst in der Welt gebe es ähnlich scharfe CO2-Ziele. Somit werde die europäische Automobilindustrie im internationalen Wettbewerb stark belastet.

Bisher ist in der EU festgelegt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt 2021 nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen sollen. Von dieser Basis aus soll die Senkung folgen, dann auf rund 60 Gramm. Doch ist die auch aktuelle Vorgabe für viele Hersteller noch nicht in Reichweite: Der europäische Durchschnitt lag zuletzt bei 118,5 Gramm.

Die neuen Vorgaben sollen helfen, die EU-Klimaschutzziele zu erreichen. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr, Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil.

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