Jetzt ist aber mal Ruhe!

Jetzt ist aber mal Ruhe!

Eine aktive Geräuschunterdrückung macht aus Kopfhörern einen Ruhepol in jeder Situation. EDISON hat drei getestet - und die dazugehörigen Apps.

Leben | Von Dirk Kunde

Eigentlich soll Heiligabend eine Stille Nacht sein. Spätestens, wenn der Onkel anfängt, die besten Witze des Jahres zum zweiten Mal zu erzählen, wünscht sich die Nichte eine Stummtaste. Kein Problem: Dank Active Noise Cancellation (ANC) wird der Kopfhörer zum Hörschutz. ANC funktioniert über ein Mikrofon an der Außenseite der Bügelkopfhörer, das Umgebungsgeräusche aufnimmt, analysiert und per Gegenschall die unerwünschten Schwingungen auslöscht. Wir haben drei ANC-Modelle in der Preisklasse zwischen 250 und 400 Euro aufgesetzt.

Auf den ersten Blick ist das viel Geld für einen Bügelkopfhörer. Doch die Reisebegleiter sind Multitalente: Sie übertragen kabellos Audiosignale, sie dienen als Freisprecheinrichtung für Telefonate oder den Sprachassistenten im Smartphone und sie schaffen für ihre Träger einen Kokon aus Ruhe. Das klappt nicht immer perfekt, denn würde ANC sämtliche Außengeräusche unterdrücken, würde auch die Musik leiden. Aber immerhin.

App für alle Funktionen

Während Plantronics, die zuerst Headsets für Piloten und Astronauten bauten, bereits seit 2014 einen Backbeat-Pro-Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung anbieten, haben die britischen Audiospezialisten von Bowers & Wilkins (B&W) den PX erst seit Herbst 2017 im Programm. Zur gleichen Zeit brachte US-Hersteller Bose einen Nachfolger des erfolgreichen Quietcomfort 35 mit dem fantasievollen Namen Quietcomfort 35 II auf den Markt.

Was sie alle eint: Der Besitzer benötigt eine App vom Hersteller für den vollen Funktionsumfang. So kann er festlegen, wie viel Umwelt er mitbekommen möchte. Bluetooth mit HD-Audio (bis zu 48 kHz und 24-bit-Audio) gibt es ebenfalls, und das funktioniert selbst mit dem Smartphone in der tiefen Hosentasche gut. Der QC 35 II bietet sogar eine Aktionstaste an der linken Muschel, die den Google Assistenten aktiviert. Nur wenn der losquasselt, ist es mit der Ruhe vorbei. Ein weiteres Problem: Spätestens nach dem ersten Teil von "Stirb Langsam" (Weihnachtliches Pflichtprogramm!) herrschen unter allen drei Bügelkopfhören sommerliche Temperaturen. Je dicker die Muscheln, umso besser ist die akustische Abschirmung von Außengeräuschen - das wird bei langer Nutzung zum Nachteil.

Welcher der Lärm-Fighter unter dem Baum liegen sollte, lässt sich nicht eindeutig sagen. Preislich und optisch holt der BackBeat Pro 2 von Plantronics (250 Euro) den ersten Platz unterm Baum, beim Transport ist der Quietcomfort 35 II (380 Euro) am praktischsten, da sich die Ohrmuscheln einklappen lassen. Außerdem liefert Bose ein festes Transportetui statt eines Beutels. Klanglich hat uns der PX von Bowers & Wilkins (400 Euro) überzeugt. Die leicht angewinkelt montierten Membrane liefern einen beeindruckenden Klang. Da weiß der Besitzer, warum in den berühmten Abbey Road Studios in London Lautsprecher von B&W stehen.

(Die ANC-Kopfhörer waren einer unserer Weihnachts-Geschenktipps 2017.)

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