I-Pace: München bekommt elektrischen Jaguar als Taxi

I-Pace: München bekommt elektrischen Jaguar als Taxi

Der ADAC und die Stadt München unterstützen im Rahmen des "Projekt E-Mobil" den Einsatz von zehn elektrischen Jaguar I-Pace-Modellen als Taxen.

Öffentlicher Nahverkehr | Von Susanne Frank |

Das dürfte einige Manager und Ingenieure im Autoland Bayern schmerzen: In München startet eine Flotte mit elektrischen Taxis – und die stammen aus Großbritannien. Zehn Exemplare des Jaguar I-Pace werden ab der kommenden Woche durch die bayerische Landeshauptstadt rollen. Das klingt bei insgesamt 3400 Taxis noch nicht nach besonders viel, doch es wird die bislang größte elektrische Taxi-Flotte in Deutschland sein. Eingefädelt hat sie der ADAC, gefördert werden die Fahrzeuge von der Stadt München im Rahmen ihres Projektes E-Mobil.

Der Autoclub hat in den vergangenen drei Jahren das Förderkonzept entwickelt. So erhalten die Betreiber 20 Cent pro Fahrgastkilometer von der Stadt. Zwei Millionen Euro will die Kommune für das Projekt ausgeben. Ein ADAC-Sprecher sagt, das "Leuchtturmprojekt" solle erst der Anfang des emissionsfreien Passagiertransports sein: "Wir hoffen auf ein Startsignal. München könnte das Amsterdam der Taxis werden." In der niederländischen Metropole verkehren schon seit Jahren mehr als 150 elektrische Tesla zwischen Flughafen und City.

Jaguar sticht die regionalen Hersteller aus

Überraschend ist, dass ausgerechnet Jaguar die ersten elektrischen Droschken in München stellt. Doch Platzhirsch BMW ist grundsätzlich nicht im Taxi-Geschäft vertreten, zudem erwies sich der BMW i3 als ungeeignetes Transport-Fahrzeug.

Produziert wird der I-Pace übrigens in der österreichischen Stadt Graz. Dort montiert Auftragsfertiger Magna Steyr den Fünfsitzer für die englische Traditionsmarke Jaguar. Diese ist heute eine Tochtergesellschaft des indischen Tata-Konzerns. Eine wahrhaft internationale Angelegenheit also.

Vom I-Pace waren die ersten Tester begeistert. Das Fahrzeug war im März erstmals präsentiert worden, in diesen Tagen startet die Serienproduktion. Zur Auslieferung der Taxis wird in der kommenden Woche eigens Ralph Spaeth, der Chef von Jaguar Land Rover, an die Isar kommen.

Schnellladesäulen für den Flughafen

Dort startet das E-Taxi nun zwar zunächst ohne die lokalen Autohersteller. Doch möglicherweise fühlen sich bald weitere Taxi-Unternehmen zur Nachahmung angestachelt, wenn die I-Pace erst einmal im Stadtgebiet unterwegs sind. Als besonderen Anreiz gibt es für Elektro-Taxis nämlich zusätzliche Konzessionen – eigentlich besteht in München ein Taxi-Stopp.

Außer der ortsüblichen Elfenbein-Farbe werden die E-Taxis auffällige Logos von ADAC und der Landeshauptstadt auf den Türen erhalten. "Damit ist weithin sichtbar, dass es sich um ein besonderes Fahrzeug handelt", heißt es beim Autoclub. Dort hofft man auch, dass dieser Werbeeffekt allmählich für größeres Interesse unter den Herstellern sorgen könnte. 

Den Initiatoren geht es nicht nur um den Stadtverkehr. Auch die Fahrt zum mehr als 30 Kilometer von der Innenstadt entfernten Flughafen sollen die E-Taxis bewältigen. Dort mussten zunächst einmal Schnellladesäulen errichtet werden. Taxifahrer wollen schließlich nicht stundenlang an der Steckdose warten, nachdem sie ihre Passagiere am Airport abgesetzt haben.

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