Greta Thunberg: "Bei diesem Kampf ist kein Ende in Sicht"

Greta Thunberg: "Bei diesem Kampf ist kein Ende in Sicht"

Am Freitag wollen Schüler und Studenten rund um dem Globus auf die Straße gehen – für das Klima. Aktivistin Greta Thunberg hat ihr Einsatz eine Nominierung für den Friedensnobelpreis eingebracht.

Klima | Von DPA |

Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg sieht die Protestaktionen für einen stärkeren Einsatz gegen den Klimawandel noch lange nicht am Ende. "Warum in aller Welt sollten wir jetzt damit aufhören? Wir haben noch nicht mal angefangen", sagte die 16-jährige Schwedin vor den internationalen "Fridays For Future"-Demonstrationen an diesem Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Während die Emissionen immer noch anstiegen, gebe es nirgends Anzeichen für ein Umdenken hin zu mehr Klimabewusstsein. "Bei diesem Kampf ist kein Ende in Sicht", sagte Thunberg.

"Das ultimative Ziel ist, dass die internationale Gemeinschaft eine globale Notlage erklärt und damit beginnt, die Lebensbedingungen auf der Erde zu schützen", sagte die Neuntklässlerin. Die Regierungen der reichsten Länder der Welt müssten auf dem Weg zu äußerst drastischen Emissionskürzungen vorangehen. "In anderen Worten müssen wir beginnen, das Pariser Abkommen zu befolgen."

Ihr Einsatz für das Klima hat Thunberg eine Nominierung für den Friedensnobelpreis eingebracht. Drei Abgeordnete der norwegischen Sozialistischen Linkspartei sprachen sich dafür aus, dass der 16-Jährigen die renommierte Auszeichnung überreicht wird, wie die Zeitung "Verdens Gang" berichtete. Dem schwedischen "Aftonbladet" zufolge wurde sie auch von zwei Politikern aus Schweden nominiert. Thunberg selbst schrieb dazu am Donnerstag auf Twitter, sie fühle sich geehrt und sei sehr dankbar über die Nominierung.

"Wir haben Greta nominiert, weil die Klimabedrohung vielleicht einer der wichtigsten Beiträge zu Krieg und Konflikten ist", wurde einer der Abgeordneten, Freddy André Øvstegård, von der "VG" zitiert. "Die riesige Bewegung, die Greta in Gang gesetzt hat, ist ein enorm wichtiger Beitrag zum Frieden." Das norwegische Nobelkomitee hatte Mitte Februar mitgeteilt, dass mehr als 300 Nominierungen für den diesjährigen Friedensnobelpreis eingegangen seien. Die Frist zur Nominierung war am 31. Januar abgelaufen.

Thunberg hatte im August 2018 damit begonnen, vor dem Reichstag der schwedischen Hauptstadt Stockholm für eine beherztere Klimapolitik ihres Landes zu demonstrieren. Sie und ihr Schulstreik sind seitdem weltbekannt geworden, in zahlreichen Ländern der Erde demonstrieren Schüler und Studierende nach ihrem Vorbild immer freitags für mehr Klimaschutz. Für diesen Freitag sind die bislang umfangreichsten Proteste geplant: Sie sollen in mehr als 1650 Städten in 105 Ländern stattfinden, darunter allein fast 200 in Deutschland.

Wegen der Zeitverschiebung werden die ersten Kundgebungen in Neuseeland beginnen, ehe zum Abschluss Anchorage in Alaska sowie Honolulu auf Hawaii an der Reihe sind. Die Organisatoren von #FridaysForFuture wollen am Freitag so umfassende internationale Schulstreiks fürs Klima auf die Beine stellen wie noch nie. Deshalb haben sie einen "Global Strike For Future" ausgerufen.

Unterstützung kommt auch aus Deutschland: Kurz vor dem bisherigen Höhepunkt der internationalen Schulstreiks für mehr Klimaschutz haben sich Tausende Wissenschaftler hinter die Initiative "Fridays for Future" gestellt. Mehr als 12.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unterstützen die Klimabewegung. Am Freitag soll eine Liste der Namen den jungen Umweltaktivisten übergeben werden.

"Ärzte haben die Aufgabe, Leben zu schützen und auf Gesundheitsgefahren hinzuweisen. Die Klimakrise ist die größte Gesundheitsgefahr", warnte Unterstützer Eckart von Hirschhausen, Arzt und Wissenschaftsjournalist, am Dienstag in Berlin, wo er mit Mitstreitern die Vereinigung "Scientists for Future" (Wissenschaftler für die Zukunft) vorstellte. "Viele denken, ein Grad, zwei Grad, drei Grad das macht keinen Unterschied. Als Arzt kann ich ihnen sagen, es macht einen großen Unterschied, ob ich 41 Grad oder 43 Grad Fieber habe. Das eine ist mit dem Leben vereinbar. Das andere nicht."

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