Energieautarker Sensor für die Parkplatzsuche

Energieautarker Sensor für die Parkplatzsuche

Smarte Sensoren im Straßenbelag erkennen freie Parkplätze, schicken die Koordinaten an suchende Autofahrer - und laden sich selbst mit Strom auf.

Stadtplanung | Von Susanne Frank

Die Parkplatzsuche ist ein Problem, für das es inzwischen einige smarte Lösungen gibt. Sensoren im Straßenbelag oder Kameras finden freie Parkplätze und weisen dann etwa per Navi oder auf Bildschirmen am Straßenrand den Weg zur Lücke. Fast alle Smart-Parking-Innovationen haben aber einen Nachteil: Ihre Hardware benötigt externen Strom, meist aus Batterien.

Bei der intelligenten Infrastruktur von Park Here ist das anders: Fährt ein Auto über einen der im Boden verbauten Sensoren, dann lädt sich dieser selbständig mit Strom auf. Die Technologie ist schon länger bekannt, wurde aber von den Firmengründern weiter verfeinert. Ihre Geräte können damit fast ewig im Einsatz bleiben – ohne Wartung oder Batteriewechsel. "Wir versprechen mehr als 25 Jahre Lebensdauer", sagt Felix Harteneck, einer der Gründer und CEO des Münchener Start-ups. Die Idee hat auch BMW überzeugt. Der Konzern ist einer der ersten Partner von Park Here.

Ähnlich wie seine Wettbewerber tüftelt auch der Autohersteller schon länger an Möglichkeiten, Mobilität über den reinen Verkauf von Fahrzeugen hinaus anzubieten. Das Carsharing von Drive Now ist eine Lösung, die Ladeinfrastruktur Charge Now eine andere. Bei beiden BMW-Angeboten werden Park-Here-Ideen eingesetzt. Das Start-up hilft Nutzern der Mobility-Angebote, freie Parkplätze und E-Ladesäulen zu finden.

Vision einer autofreien Stadt

Das Geschäft der kleinen Firma aus der Münchener Innenstadt besteht jedoch nicht nur aus den energieautarken Sensoren. Sie bietet vielmehr eine IoT-Plattform, in der alle Bestandteile miteinander vernetzt sind. "Wir steuern von der Reservierung bis zum Schrankenbetrieb den gesamten Parking-Prozess", sagt Felix Harteneck. Allerdings ist Park Here kein Parkraumbewirtschafter. Die Firma liefert vielmehr die Prozesse hinter den Anwendungen, die der Endnutzer erlebt.

Das nutzen beispielsweise große Unternehmen, um ihren Firmenparkplatz zu optimieren. Die Angestellten sollen auf dem Arbeitsweg nicht mehr endlos Zeit mit der Suche nach Lücken verplempern. Das gleiche Prinzip für die Allgemeinheit gibt es in Ingolstadt: Hier wurden die Park-Here-Sensoren in Absprache mit der Kommunalverwaltung eingebaut. Autofahrer in der Audi-Stadt können nun per App Lücken entdecken. Viele überflüssige Such-Kilometer mit Lärm und Dreck werden vermieden. Weitere Städte, die mit der Park-Here-Technologie arbeiten sind Düren, Stuttgart, Berlin und Hamburg. Auch im Ausland sind die Gründer unterwegs: Straßburg, Madrid und Bordeaux gehören zu den Kunden.

Die Nachfrage nach dem innovativen Park-Konzept ist Harteneck zufolge groß. "Wir haben sehr viel positiven Stress", sagt der ehemalige Student der TU München. Park Here hat er vor drei Jahren mit zwei Kommilitonen gegründet. Heute hat die Firma 35 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Die Vision der jungen Firmenchefs: "Die City soll autofrei werden." Das mag erstmal kontraintuitiv wirken für den Leiter eines Unternehmens, das sich mit Parkplätzen beschäftigt. Aber für ihn sind intelligente Parksystem ein wichtiger Beitrag zu einer autofreien Stadt. Denn Park Here kann Autofahrer intelligent umlenken. Das Kalkül: Finden sie leicht einen Parkplatz, dann ist ihre Bereitschaft zum Umstieg auf andere, verträglichere Verkehrsmittel größer.

Artikel teilen

Kommentare

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...