Emmy: E-Roller drängen auf den Sharing-Markt

Emmy: E-Roller drängen auf den Sharing-Markt

E-Roller sind perfekt für den Stadtverkehr, vor dem Kauf schrecken Kunden aber oft noch zurück. Roller des Start-ups Emmy kann man deshalb teilen.

E-Bikes | Von Susanne Frank

Roller fahren in der Stadt ist toll. Aber es gibt etwas, das noch besser ist: Elektrisch Roller fahren! Bei leichten Zweirädern kann der E-Antrieb schließlich seinen ganzen Charme ausspielen. Wenig Gewicht, scharfer Abzug, kein Lärm und Gestank. Kein Wunder, dass es immer neue Hersteller gibt. Das Angebot wächst ständig. Aber muss man sich als mobiler Städter gleich einen eigenen E-Roller kaufen? Muss man nicht - denn der Sharing-Gedanke hat längst die elektrischen Zweiräder erfasst.

Bislang sind in dem jungen Segment zwei Anbieter aktiv: Bosch und das Start-up Emmy. Letzteres gründete sich 2014 und war damit schneller als seine Konkurrenten. Bis heute hat es die Nase in Deutschland weit vorne, denn in sechs Städten lassen sich mittlerweile insgesamt etwa 1000 Emmy-Roller mieten. Bosch ist mit seiner Marke Coup bislang nur in Berlin und außerhalb Deutschlands noch in Madrid und Paris aktiv.

Emmy tauscht Akkus selbst aus

Die Vorteile der schnurrenden Roller liegen auf der Hand: Sie wuseln sich auch bei dichtem Verkehr durch die Straßen, können fast immer auf dem Bürgersteig abgestellt werden und sind ebenso leise wie sauber. Dazu darf man die Scooter mit einem Auto-Führerschein fahren. "Unsere Kunden benutzen die Roller als Alternative zum Car-Sharing", sagt Valerian Seither, einer der Emmy-Gründer. Die typische Einzelfahrt sei nicht länger als fünf Kilometer, da ist ein Roller dem Auto oder der U-Bahn fast immer überlegen.

Zum Service der Verleiher gehört, dass sich die Kunden keine Gedanken über das Laden ihrer Gefährte machen müssen. "Wir tauschen die Akkus frühzeitig aus", verspricht Seither. Für das Unternehmen ist das aufwändig, denn die Zweiräder stehen in der Stadt verteilt herum. Den Ladestand melden sie automatisch an die Zentrale, dann müssen die Mitarbeiter ausschwärmen.

Bis auf den Akkuwechsel haben E-Scooter aber nur geringe Ansprüche an den Fahrer – anders als Zweiräder mit Verbrennungsmotor. Wer ein klassisches Verbrenner-Modell besitzt, kennt sich am besten gut in technischen Dingen aus, denn die Modelle fordern viel Aufmerksamkeit. Bei der elektrischen Version entfallen die meisten Serviceaufgaben: Der Motor benötigt weder Öl noch Wartung, ein Getriebe gibt es nicht, ebenso wenig Kette oder Riemen.

Zusammenarbeit mit Stadtwerken

Dafür müssen aber auch elektrische Roller mit Helm auf dem Kopf gesteuert werden. Die sind deshalb bei den Sharing-Anbietern gleich mit an Bord. Per App schaltet man nicht nur das Zweirad frei, sondern öffnet auch die Sicherung von zwei Kopfbedeckungen. Wem es vor der Nutzung von Gemeinschaftshelmen graut, der findet auch Hygienehauben vor. Sie werden unter dem Helm getragen.

Und schon kann es losgehen, für 19 Cent pro Minute oder 59 Cent pro angefangenem Kilometer. Für einen ganzen Tag ist die Miete auf 24 Euro begrenzt. Noch ist das E-Roller-Sharing eine Nische, allerdings eine mit rasantem Wachstum. Emmy hat seine ersten Roller 2015 auf den Markt gebracht, schon zwei Jahre später konnten die E-Scooter in vier Städten geliehen werden. Inzwischen sind es sogar sechs.

Damit es noch flotter geht, nutzt das Start-up Kooperationen. So arbeiten etwa in Mannheim, Düsseldorf und Stuttgart die örtlichen Stadtwerke mit Emmy zusammen.

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