E-Feuerwehr: Mit Strom zum Löscheinsatz

E-Feuerwehr: Mit Strom zum Löscheinsatz

Der Markt für Elektrofahrzeuge wächst rapide. Im österreichischen Linz fährt nun auch die Feuerwehr mit einem strombetriebenen Auto zum Einsatz. Europaweit soll es das erste seiner Art sein.

E-Mobilität | Von Klaus Holstein

Gut, dass Feuerwehrwagen Martinshörner haben. Sonst würde man das neue Einsatzfahrzeug der Betriebsfeuerwehr bei der stadteigenen Linz AG gar nicht mehr hören. Im April 2018 stellte das Unternehmen sein taktisches Feuerwehrfahrzeug mit Elektroantrieb vor – europaweit angeblich das erste seiner Art.

"Feuerwehren müssen schon heute immer öfter wegen extremen Wetterereignissen ausrücken, die dem Klimawandel zugeschrieben werden", sagt Harald Forstenpointner, Kommandant der Betriebsfeuerwehr bei der Linz AG und Initiator des Projektes. "Deswegen liegt der Klimaschutz im eigenen Interesse der Feuerwehren."

Der Prototyp entstand auf der Basis eines Mercedes Sprinter. Die Firma Kreisel Electric baute den Elektroantrieb und die Akkus ein. Für Markus Kreisel, CEO bei Kreisel, ist die Feuerwehr ein idealer Anwendungsbereich für elektrische Antriebe, denn: "In vielen Fällen müssen Feuerwehr-Fahrzeuge nur kurze Strecken zurücklegen und stehen dann wieder still. Das Laden kann also bequem zwischen den Einsätzen erfolgen."

In nur einer Stunde und zwanzig Minuten sind die vier Akkus wieder zu 90 Prozent geladen. Und trotz ihres erheblichen Zusatzgewichtes (620 Kilogramm) schafft der Einsatzwagen dann eine Reichweite von rund 160 Kilometern – mehr als genug, um jeden Standort des stadteigenen Betriebes erreichen zu können.

Die Linz AG sieht sich bei der Elektromobilität als Vorreiter in Österreich. Im Dezember 2017 hat der städtische Betrieb das landesweit erste Müllfahrzeug mit voll elektrischem Verladesystem in Betrieb genommen. Laut Erich Haider, dem Generaldirektor der Linz AG, fahren bereits 73 Prozent der ÖPNV-Nutzer mit elektrisch angetriebenen Bussen und Bahnen. "Und beim Individualverkehr bauen wir die Ladeinfrastruktur laufend aus."

Für Nutzfahrzeuge und Lastwagen sind Elektroantriebe noch relativ neu. Die deutschen Autobauer waren bei diesem Thema sehr zurückhaltend. Deswegen ließ die Deutsche Post ihren "Streetscooter" schließlich selbst entwickeln. 2016 nahm sie den ersten in Betrieb, andere Logistikunternehmen und Städte meldeten sofort Interesse an.

Nachdem bei deutschen Dieselmotoren immer mehr Schummelsoftware entdeckt wurde, sind seit Kurzem auch Strom-Transporter auf dem Markt - und das zu erschwinglichen Preisen. Die meisten davon werden aber von ausländischen Herstellern gebaut. Der erste E-Truck fuhr 2016 bei Mercedes auf die Straße, ab 2021 will Daimler E-Lkw in Serie herstellen. Das Feuerwehrauto aus dem österreichischen Linz könnte bei strombetriebenen Nutzfahrzeugen neue Impulse setzen.

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