E-Autos: Zahl der Ladestationen wächst auch im Osten

E-Autos: Zahl der Ladestationen wächst auch im Osten

Ein Ladepunkt für zehn Autos – diesen Richtwert gehen die deutschen Ladesäulenbetreiber mit, deren Zahl wächst weiter analog zu den zugelassenen Elektroautos. Rentabel ist das noch nicht - gerade jetzt, wo der große Ausbau auch in Ostdeutschland beginnt

Laden | Von DPA | , aktualisiert

Das Netz von Ladestationen für Elektroautos wird nach Angaben der Strombranche stetig ausgebaut. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Jahresende mitteilte, gibt es in Deutschland inzwischen mehr als 16.100 öffentliche und teilöffentliche Ladepunkte.

Das seien 2600 oder 20 Prozent mehr als noch Mitte des Jahres. Erfasst werden Ladesäulen etwa von Energieunternehmen, Parkhaus- und Parkplatzbetreibern, Supermärkten und Hotels. In der Zahl nicht enthalten sind private Lademöglichkeiten.

Rein rechnerisch kommen demnach bei derzeit knapp 160.000 gemeldeten Elektro- und Hybridautos, die auch an der Steckdose aufgeladen werden können (Plug-in), etwa zehn Autos auf jeden Ladepunkt. Diese Quote entspricht der Empfehlung der Europäischen Kommission. Der BDEW hatte Ende Juni 13.500 Ladepunkte erfasst, ein Jahr zuvor waren es laut Verband lediglich 10.700.

Großer Ausbau im Osten

Mitte Januar gab der Energiedienstleister Enviam bekannt, dass bis zum Sommer in vier ostdeutschen Bundesländern und Berlin 78 neue Ladestationen aufgestellt werden sollen. Fördermittel habe das Unternehmen vom Bund für die Einrichtung von insgesamt 106 Normalladesäulen erhalten.

Die Gesamtkosten lägen bei 1,5 Millionen Euro. Davon seien 515.000 Euro Zuschüsse des Bundes. Bislang seien 28 Ladesäulen in Betrieb genommen worden, womit die Zahl der in Ostdeutschland betriebenen Ladesäulen des Unternehmens nach seinen Angaben auf rund 80 anwuchs. Die meisten sollen in Sachsen und Sachsen-Anhalt entstehen.

"Die Energieunternehmen drücken beim Ausbau der Ladeinfrastruktur weiter aufs Tempo", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer. "Und das, obwohl bisher kaum E-Autos auf den Straßen rollen, sich der Betrieb der Ladesäulen bisher also kaum rentiert." Die Verbreitung von E-Autos müsse schneller vorangehen. Hier sind nach Kapferers Ansicht vor allem die Hersteller in der Pflicht: "Es fehlen nach wie vor Modelle, die in Preis und Leistung mit Verbrennern konkurrieren können."

Die Elektromobilität steht noch vor einigen Problemen – nicht überall ist die Lade-Infrastruktur ausreichend ausgebaut, viele Modelle sind teuer oder haben eine geringe Reichweite – und manche sind gar nicht lieferbar. Die Neuzulassungen von Elektroautos waren zuletzt aber deutlich gestiegen. Anfang 2018 gab es lediglich 98.280 reine Stromer und Autos mit Plug-in-Hybridmotor auf deutschen Straßen.

Kapferer betonte, wichtig sei auch der Zugang zu privater Ladeinfrastruktur. Die Bundesregierung sollte durch Fördermittel und Anpassungen im Wohneigentumsrecht die Installation von Ladeeinrichtungen im privaten Raum erleichtern. "Immerhin finden hier rund 80 Prozent der Ladevorgänge statt", sagte Kapferer.

Förderung für Elektroautos

Der Kauf eines batteriebetriebenen Autos wird mit einem Umweltbonus von 4000 Euro und der eines Plug-in-Hybrid-Neufahrzeugs mit 3000 Euro bezuschusst. Bund und Autoindustrie tragen jeweils die Hälfte. Die über den Energie- und Klimafonds zu Verfügung stehenden Bundesmittel betragen 600 Millionen Euro.

Dennoch: Das ursprüngliche Ziel der Bundesregierung von einer Million E-Autos bis 2020 wird nicht erreicht. Die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), die die Regierung berät, geht davon aus, dass dies bis 2022 gelingen kann. Zum Vergleich: Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind in Deutschland über 46 Millionen Pkw zugelassen.

Nach Einschätzung des BDEW sind für eine Million E-Autos auf den Straßen 70.000 Normal-Ladepunkte und 7000 Schnell-Ladepunkte nötig.

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