Chargery: Der Lade-Anhänger kommt per App

Chargery: Der Lade-Anhänger kommt per App

Im E-Auto und der Akku wird leer? Dann soll künftig Chargery kommen: Das Berliner Start-up liefert Strom per Fahrradanhänger.

Laden | Von Tim Kröplin

Elektroautos sind gerade nach den Abgasskandalen gefragter denn je, in einem Jahr ist ihre Zahl um 35 Prozent angestiegen. Mit der Nachfrage steigen allerdings auch die Ansprüche, sodass Unternehmen wie Tesla oder Volkswagen an neuen Modellen arbeiten, die längere Strecken zurücklegen können, bevor ihnen der Strom ausgeht. Schließlich ist die Reichweite für den Käufer entscheidend. Modelle, die mehr als 400 Kilometer schaffen, sind noch nicht die Regel.

So steigt die sogenannte Reichweitenangst - wenn der Wagen liegen bleibt, hilft auch kein Benzinkanister. Mobile Ladestationen sollen das Problem künftig lösen. Mitte 2014 hat Amazon zum Beispiel ein Patent angemeldet, um leere Autos mit Flugdrohnen wiederaufzuladen. Diese sollen auf dem Autodach landen und an einer Dockingstation angeschlossen werden. Bisher gibt es allerdings noch keinen Prototypen.

Öko-Strom im Anhänger

Das deutsche Start-up Chargery ist da einen Schritt weiter. Das Berliner Start-up setzt auf Fahrräder: "Wir wollten mobile Ladestationen, die selbst bei schlechten Verkehr schnell von A nach B kommen", sagt Gründer Christian Lang. Die Räder werden mit einem Anhänger mit eingebauter Ladestation verbunden. Um den Transport zu erleichtern, wurden die Anhänger zusätzlich mit einem elektrischen Antrieb ausgestattet. Die Kurierfahrer können so ihre Fracht leichter durch die Stadt manövrieren.

Das Unternehmen bietet zudem eine App an, mit der die E-Autobesitzer die Kuriere rufen können. Warten müsse man nicht länger als 30 Minuten. Dann kommt allerdings noch einmal die Wartezeit für den Ladevorgang dazu - 24 Kilowattstunden sind es derzeit. Die müssen natürlich nicht komplett ins E-Auto fließen, dieses muss ja nur zur nächsten Ladesäule.

"Wir wollen die Umwelt zusätzlich schonen und setzen dementsprechend auf Windenergie", erklärt der Jungunternehmer. Chargery arbeitet bereits mit dem Carsharing-Unternehmen DriveNow und dem Autovermieter Sixt zusammen. "Der Einstieg ins Privatkundengeschäft ist bereits geplant, aber das wird noch etwas Zeit brauchen", sagt Lang. Das Unternehmen hat zurzeit lediglich einen Standort in Berlin. Das hängt damit zusammen, dass die Anhänger bislang Prototypen sind. Sobald sich diese bewährt haben, möchte Chargery weitere Standorte eröffnen.

Wie teuer die Notfallladung dann wird hängt auch davon ab, wie viel günstiger die Serienfertigung der Anhänger werden kann - bislang sind diese noch sehr teuer. Und die 30 Minuten Erreichbarkeit werden wohl nur in der Stadt gelten. Trotzdem dürfte die Reichweitenangst mit Chargery im Hinterkopf weiter nachlassen.

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