Carsharing in Deutschland: Über 10 Prozent Elektroautos

Carsharing in Deutschland: Über 10 Prozent Elektroautos

Jedes zehnte geteilte Auto fährt lokal emissionsfrei durch Deutschland. Eine neue Studie zeigt den Effekt für Luft und Klima. Experten gehen von einem wachsenden E-Anteil aus.

Carsharing | Von Silke Hehner |

Elektroautos sind ein effektives Mittel gegen den Klimawandel. So gesehen sind die deutschen Carsharer fleißigere Klimaschützer als die privaten Autofahrer: Ein Zehntel der Flotten fährt bereits elektrisch. Im Free-Floating wächst der Anteil überdurchschnittlich: Bereits etwa 15 Prozent dieser Fahrzeuge sind Elektroautos.

BMWs i3 und die elektrischen Smarts haben den Vorteil, dass Neugierige sie einfach mal testen können – und sich im Zweifel nicht selbst ums Laden kümmern müssen. Viele der laut Bundesverband Carsharing mittlerweile 2,11 Millionen Autoteiler zeigen sich da interessiert.

Carsharing: Vom Nischenprojekt zum Elektro-Vorreiter

Millionen Kunden, 165 Anbieter – Carsharing entwächst seiner Nische, findet Experte Daniel Stitz, der selbst ein Portal für reines Elektro-Carsharing betreibt: "Der Service leistet einen bedeutenden Beitrag zur Mobilitätswende in Deutschland."

In Zahlen: Von den 17.950 Fahrzeugen sind gut 1700 Elektroautos. Dabei entfallen 10.050 der Carsharing-Fahrzeuge auf stationsbasierte- und 7.900 auf Free-Floating-Anbieter. Der Elektro-Anteil ist damit rund 100 Mal höher als im bundesweiten PKW-Bestand (privat und gewerblich) – hier beträgt er 0,1 Prozent.

Damit arbeiten die Carsharer fleißig an einer sauberen Luft. Eine Umfrage des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) unter Car2Go-Kunden zeigt, dass Carsharer sich durchaus nach einiger Zeit vom eigenen Auto trennen. In Berlin hätten diese 4600 Fahrzeuge abgeschafft. Auf die Autos der Daimler-Tochter umgelegt wären das 4,4 abgeschaffte Autos pro Carsharing-Fahrzeug. Rechnet man noch nicht angeschaffte Fahrzeuge hinzu, käme man auf 15,8 Autos, die wegfallen.

Außerdem bestätigten die Kunden, dass sie beim Carsharing weniger Kilometer zurücklegten. Mal eben mit dem Auto zum Bäcker – das macht man eher mit dem eigenen Wagen. Die Studie zeigt aber auch: Nicht Carsharing alleine ist attraktiv, sondern eine Kombination aus geteiltem Auto, gutem Nahverkehr und hohen Kosten für das eigene Auto. Umfassende Ergebnisse wollen die Karlsruher Forscher 2019 veröffentlichen.

Berlin nicht mehr an der Carsharing-Spitze

Mit wachsenden Kundenzahlen ändert sich auch die Top-Liste der Carsharing-Metropolen. War Berlin lange die deutsche Vorzeigestadt für E-Carsharing und Elektro-Miet-Mobilität, hat sich nun Hamburg an die Spitze gesetzt. Sondereffekt Stuttgart: Am Stammsitz von Daimler düsen unter der Marke Car2Go alleine 550 e-Smarts rum.

Legt man die E-Autos aber pro Kopf um, steht eine ganz andere Stadt auf Platz 1:

Für Daniel Stitz habe die Branche aber nur ein Zwischenziel erreicht: "Dafür, dass wir das Autoland sind, ist die Zahl an mietbaren E-Autos immer noch zu gering." Die Deutschen an sich stünden dem Thema sehr aufgeschlossen gegenüber – und Personen, die bereits ein E-Auto testweise gefahren haben, verlören dabei viele Vorbehalte. Deshalb dürfe der Elektro-Anteil bei den Carsharern weiter steigen. 

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