"Carl und Carla": Sharing für Transporter

"Carl und Carla": Sharing für Transporter

Die meisten Carsharing-Autos sind zu klein für Möbel und Umzugskartons. Ein Start-up bietet deshalb jetzt Transporter und Kleinbusse zum Teilen an.

Carsharing | Von Susanne Frank

Carsharing-Firmen gibt es inzwischen massenhaft. In großen Städte werben meist gleich mehrere Anbieter um Kunden, die ohne eigenen Wagen auskommen wollen. Sie mieten sich ein Auto nur dann, wenn sie eines brauchen: Für den Ausflug ins Kino am Abend oder den Wocheneinkauf beispielsweise. Dabei können sie zwischen Pkw jeder Art und Größe wählen. Schwerer wird es allerdings bei der Suche nach einem Carsharing-Auto, mit dem man auch mal größeres Gepäck transportieren möchte. Für den Umzug oder die Ikea-Tour sind die meisten Carsharing-Fahrzeuge zu klein. "Carl und Carla" schaffen da Abhilfe.

Das gleichnamige Start-up aus Dresden hat nur eine Wagengröße im Angebot: Busse von Volkswagen. Die gibt es als Transporter für Waren ("Carl"), als neunsitzigen Personenbus ("Carla") oder als Camper mit Bett und Kochgelegenheit.

Inzwischen fahren Carl und Carla durch sieben deutsche Städte. Anfangs hatten die Gründer nur Exemplare des besonders zuverlässigen "T4", also eines VW-Bus der vierten Generation im Sortiment. Heute kann man bei ihnen auch das aktuelle Modell T6 mieten.

Ausleihen, aufschließen, bezahlen - alles per Handy

Das Geschäftsmodell des Start-ups beruht auf einem Franchise-System. "Wir wickeln zentral die Anfragen und die Bezahlung ab", sagt Richard Vetter, einer der Gründer von Carl und Carla. "Für die Fahrzeuge sind hingegen die Franchise-Nehmer vor Ort zuständig."

Vetter ist einer der T4-Fans, die sich 2013 zur Gründung von Carl und Carla entschlossen. "Wir waren sieben Studenten, die sich einen Bus nur gemeinsam leisten konnten", erinnert sich Vetter. "Aber wir hatten lediglich einen Schlüssel dafür. Das führte ständig zu Problemen." Die Truppe baute also einen Micro-Controller ein, damit jeder von ihnen das Auto öffnen und starten konnte. Diese Lösung legte den Grundstein für die spätere Kommerzialisierung. Die technische Umsetzung der Idee fiel den Gründern nicht schwer, schließlich sind Vetter und seine Mitstreiter Ingenieure. Und auch heute noch werden die Fahrzeuge nicht per Schlüssel, sondern mit dem Handy des Mieters entriegelt. Über eine App läuft die gesamte Abwicklung, von der Buchung bis zur Bezahlung.

Inzwischen arbeitet Richard Vetter an der Weiterentwicklung seiner Idee: Er will Handwerkern und anderen Kleinbetrieben ermöglichen, ihre Transporter über Nacht oder am Wochenende zu vermieten. Sie hätten damit ein schönes Zusatzeinkommen und die Fahrzeuge wären besser ausgelastet.

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