Anki Overdrive - die halb-virtuelle Rennbahn

Anki Overdrive - die halb-virtuelle Rennbahn

Mit Kunststoffstrecken (ohne Strom), kleinen selbstfahrenden Autos (mit Akku) und einer App als Steuerknüppel sagt Anki der Carrerabahn den Kampf an.

Leben | Von Peter Vollmer

Waren das große Augen, als die erste Carrera-Bahn unter dem Tannenbaum lag. Zwei Minuten später suchte Großvater unter der Anrichte nach einem Kotflügel, der sich bei einer Kollision mit Brückenteil A gelöst hatte. Die Spielzeugbauer von Anki haben dieser Romantik ein jähes Ende gesetzt: Overdrive heißt die Rennbahn, bei der es keine Schienen, kein Netzteil und keine Handregler mehr gibt.

Mit eigener Künstlicher Intelligenz und Sensoren wie bei den autonomen Autos der Zukunft rasen die kleinen Sportwagen im Alleingang die Rennstrecke entlang, die nur noch aus flachen Kunststoffplatten besteht. Die Sensoren erkennen nicht nur die Ränder, sondern auch Funktionen der Platte - etwa ein Kraftfeld. Danach übernimmt der Fahrer per Smartphone (Bluetooth) die Steuerung. Spurwechsel sind so möglich, ebenso das Anrempeln des Gegners, dessen Auto das mit blinkenden LEDs anzeigt. Das macht extrem viel Spaß.

Trash-Talk mit Vin Diesel

Die neue "Fast and Furious Edition", die wir testen konnten, hat eine eigene App, bei der die Synchronsprecher der bekannten Filmreihe zu Wort kommen. Markige Sprüche, wie der Fan sie von Vin Diesel und Dwayne "The Rock" Johnson erwartet, die auch gleich ihre Film-Fahrzeuge mitbringen.

Der Karriere-Modus ermöglicht es, nach und nach zahlreiche Filmprotagonisten zu treffen - und auf der Rennstrecke zu besiegen! Das mag viele neue Käufer erschließen, aber passt nicht wirklich zusammen: die sehr coolen High-Tech-Elektro-Autos, Strecken mit Kraftfeldern, virtuelle Brems- und Schieß-Systeme, das schreit nach einem futuristischen Setting. Stattdessen volles Testosteron: "Hör mal meine V8-Maschine", brumm, brumm. Ein Dodge von 1970 und ein zehn Jahre alter Pickup mit dem Verbrauch eines Kleinkraftwerks.

Man kann Anki nicht vorwerfen, dass erdige Schrauber-Typen in Hollywood gut wegkommen, aber Science-Fiction-Flitzer aus Filmen wie Tron oder Star Wars stünden dem ebenfalls sehr futuristischen Spielzeug besser zu Gesicht. Andererseits, was wissen wir Elektro-Fuzzis von Edison schon, wie sich echte Autos anhören müssen.

Und wenn die im Ofen vergessene Weihnachtsgans langsam den Geruch von verbrannten Reifen ins Wohnzimmer weht, dann werden wir trotzdem mit der Toretto-Crew um die Wette fahren, bis die Kupplung raucht und der Tank - pardon, der Akku leer ist. Nur sollten W-Lan und Bluetooth einwandfrei funktionieren, sonst fährt gleich der ganze Wagen unter die Anrichte, und wir müssen den Großvater wieder losschicken.

(Anki Overdrive war einer unserer Weihnachts-Geschenktipps 2017.)

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