Wie man die Automatisierung automatisiert

Wie man die Automatisierung automatisiert

Autonomes Fahren erfordert komplexe Software im Auto. Das Unternehmen Silexica hilft den Herstellern dabei, die Entwicklung zu automatisieren.

Autonomes Fahren | Von Susanne Frank |

Wenn es um das autonome Fahren geht, beginnen viele schnell zu träumen: Gefühlt jede Woche stellt ein neues Projekt ein Konzept vor, wie wir fahrerlos durch Städte kutschiert werden und uns dabei mit Zeitung und Kaffee entspannt zurücklegen können. Vom Konzept bis zur Umsetzung ist es - wie viele dieser Projekte feststellen müssen - aber ein langer Weg mit vielen Hürden. Einer, der das weiß, ist Maximilian Odendahl. "Ein Robotaxi werden wir wohl schon ab 2025 sehen", schätzt der Kölner Unternehmer. "Privatleute müssen aber noch 20 Jahre länger warten, ehe ihr Wagen sie von alleine chauffiert."

Odendahl ist Gründer des Start-ups Silexica, hat jeden Tag mit den Entwicklern des autonomen Fahrens zu tun und kennt deshalb deren Schwierigkeiten. Er ahnt: "Sehr oft ist selbst den Fachleuten überhaupt nicht klar, wie die vielen verschiedenen Anwendungen im autonomen Fahrzeug letztlich aufeinander reagieren." Die Programmierer sind schlicht mit der Masse an Einzelaktionen überfordert. Milliarden von Schritten berechnen die Supercomputer auf Rädern – wer soll da den Überblick behalten? Gegen dieses Chaos arbeitet die Software des Kölner Jungunternehmers an. Sie automatisiert Arbeitsschritte, die Horden von Programmierern bislang mühsam per Hand erledigen müssen.

Vernetzung zu einem Supercomputer

Die Software im autonomen Auto ist hochkomplex, muss aber trotzdem unter allen Umständen funktionieren: Bei Tag und Nacht, Kälte, Hitze und unter Millionen anderen Umständen. "Wir können diese Fälle vorab berechnen – schneller und zuverlässiger als der menschliche Entwickler", sagt Odenthal. Die kommen oft nicht mehr hinterher. Als Beispiel nennt der Gründer die Programmiersprache, in der die Anwendungen in der Regel geschrieben sind. Es ist C++, doch viele Programmierer arbeiten noch mit dem älteren Programm C. "Das ist ein Umstieg in eine andere Welt, wir helfen bei der Bewältigung", sagt Odenthal.

"Viele Themen beim autonomen Fahren wären ohne Automatisierung dieses Entwicklungsbereichs unlösbar", ist Odenthal sicher. Das Stichwort heißt Multiscore. Bislang wurde in der Fahrzeugentwicklung jede Software für sich genommen auf Anwendbarkeit und Funktion abgeklopft. Inzwischen aber finden sich hunderte von Computern im Fahrzeug, sie sind dort auf einem Supercomputer miteinander verbunden. Die üblichen Abläufe der Skalierung funktionieren angesichts dieser Komplexität nicht mehr, nötig sind automatische Abläufe.

Büros in Deutschland, Japan und den USA

Dass diese bislang fehlen, haben die Jungunternehmer während ihres Studiums in Aachen erkannt. "Die Probleme werden immer größer und komplexer", beschreibt Odendahl die Fortschritte auf dem Weg zum autonomen Fahren. Mit seiner Software bringt er Lichts ins Dunkel: "Wir zeigen, wie sich die unterschiedlichen Programme und die Hardware im Auto im Zusammenspiel verhalten", sagt der Manager.

2014 gründete Odenthal mit zwei Mitstreitern seine Firma, heute sitzen sie mit gut 50 Mitarbeitern in der Zentrale in Köln. Zu ihren Kunden gehören Denso, Huawei und weitere Autohersteller. Außer in Deutschland betreiben die Kölner Jungunternehmer inzwischen Büros in den USA und in Japan. Ihre Investoren haben sie bislang überzeugt: Gerade erlösten Odendahl und seine Mitstreiter in einer Finanzierungsrunde B weitere 18 Millionen Dollar.

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