Unu, die Zweite

Unu, die Zweite

Das Berliner Start-up hat seinen Elektroroller komplett überarbeitet, im Design wie in der Technik. Die zweite Generation ist hübscher anzusehen, stärker, smarter. Leider aber auch teurer.

E-Mobilität | Von Franz W. Rother |

Keine Sorge: Den neuen Elektroroller von unu gibt es auch in einer anderen Lackierung, nicht nur in einem matten Korallenrot wie auf unserem Aufmacherbild. Wie wäre es mit Mattweiß? Oder beispielsweise einem knalligen Rot? In sieben Farben kann der Zweisitzer ab sofort im so genannten Pre-Sale im Internet bestellt werden. Wichtiger als die Farbgebung aber sind das Design und die inneren Werte. Und hier machen die zulassungsfreien Roller des bekannten Berliner Startups in der zweiten Generation den größten Sprung nach vorn.

Höhere Speicherkapazität

Kam das erste, vor vier Jahren eingeführte Modell in Linienführung und Details noch im Retro-Look daher, weist der Nachfolger klar den Weg in die Zukunft, mit sanften Rundungen, mit mattschwarzem Hinterrädern und Anbauten, mit einem i-Pad-ähnlichen Display für Navigation und die Darstellung der Fahrinformationen. Und mit einem LED-Tagfahrlicht im Frontscheinwerfer. Der elektrische Motor in der Nabe des Hinterrads ist geblieben, auch der Lieferant Bosch. Allerdings hat die Maschine in der Basisversion mit 2 Kilowatt (kW) Leistung nun doppelt so viel Power. In der Topversion namens Plus arbeitet nun ein Motor mit vier statt drei kW Leistung. Damit lässt sich der etwa 90 Kilo schwere Scooter nun deutlich dynamischer durch die Großstadt bewegen. Aber aus versicherungstechnischen Gründen weiterhin auch nur mit maximal 45 km/h. Die Batterie kommt weiterhin von LG Chem, kann statt 1470 nun 1780 Wattstunden Strom speichern. Platz ist unter der Sitzbank für zwei Akkus. Die sollen zumindest im Flachland für eine Reichweite von etwa 100 Kilometern gut sein. Das ist nicht mehr als vorher, aber trägt der Roller nun bis zu 250 Kilo - vorher war nur eine Zuladung von 170 Kilo erlaubt.

"Einzigartig", so wie es der Firmenname unu in der Kunstsprache Esperanto verspricht, ist der e-Roller damit allerdings noch nicht: In der so genannten 45 km/h-Klasse tummeln sich inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern wie Nio, Torrot oder Kumpan. Auch preislich sticht unu nicht unbedingt aus dem Wettbewerb hervor: Frühbucher kriegen den schicken Roller zu Preisen zwischen 2799 und 3899 Euro - und kriegen einen Helm und ein drittes Garantiejahr kostenlos hinzu. Die regulären Endpreise liegen 100 Euro darüber - und damit im Schnitt 500 Euro über den Preisen der Roller aus der ersten Generation.

Digitaler Schlüssel

Einzigartig wird das Angebot der Berliner erst durch die neue Smartphone-App, die sie für den Roller entwickelt haben. Diese erlaubt es beispielsweise, die Ladevorgänge vom Handy aus zu steuern, den Roller zu lokalisieren und ein Fahrtziel schon vor dem Start zu programmieren. Zudem kann der Roller per App auch mit einem digitalen Schlüssel zu starten. Das erlaubt es, den Scooter mit Freunden und Bekannten zu teilen. "Dies ebnet erstmals den Weg zu einem Micro-Sharing, mit dem wir ein neues Nutzermodell für die urbane Mobilität einführen möchten", sagt Elias Atahi, einer der drei Gründer von unu. So will das junge Unternehmen noch in diesem Jahr mit dem neuen Produkt in den internationalen Sharing-Markt eintreten, sprich: mit Hilfe eines Partners und in Konkurrenz beispielsweise zu Eddy ein eigenes Sharing-System für Elektroroller aufziehen. Wir sind gespannt.

Wer lieber besitzt statt zu teilen: Der reguläre Verkauf der neuen Rollers startet im August. Die ersten Auslieferungen erfolgen im September - per Post. Bis dahin muss die Farbwahl entschieden sein.

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