Umweltprämie floppt - weil die Elektroautos fehlen

Umweltprämie floppt - weil die Elektroautos fehlen

Die Deutschen beantragen kaum noch Förderprämien für E-Autos. Kein Wunder: Alle Hersteller kämpfen mit langen Lieferzeiten, zum Teil sind sie 12 Monate lang.

Elektroautos | , aktualisiert

Es ist der niedrigste Stand seit einem Jahr: Gerade einmal 2744 Anträge auf den Umweltbonus für elektrifizierte Autos gingen im Juni beim Eschborner Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) ein. 1535mal wollten Privatpersonen, Vereine und Unternehmen einen Zuschuss von 4000 Euro für reine Elektroautos erhalten, 1209mal die 3000 Euro für Hybridautos.

Das geringe Interesse am Zuschuss von Staat und Herstellern hat sicherlich mehrere Ursachen. So etwa die noch immer im Vergleich zum Verbrenner hohen Anschaffungspreise, die geringe Reichweite vieler E-Fahrzeuge und die noch fehlenden Lademöglichkeiten. Doch es gibt einen weiteren, sehr triftigen Grund - es sind kaum Fahrzeuge verfügbar.

Nach Recherchen von EDISON beträgt die Lieferzeit etwa für den Elektro-Smart und den Hyundai Ioniq derzeit zwölf Monate, für den Nissan Leaf, das weltweit meistverkaufte Elektroauto, sind es zehn Monate. Noch ärgerlicher: Die langen Wartezeiten könnten bei einigen Käufern dazu führen, dass sie gar nicht mehr in den Genuss der staatlichen Kaufprämie kommen.

Denn sie müssen ihr Fahrzeug spätestens nach neun Monaten zulassen, nachdem sie den Antrag samt Kaufvertrag beim Bafa eingereicht haben. Bei Lieferschwierigkeiten des Händlers verlängert das Amt auf Wunsch diese Frist noch einmal um drei Monate. Das ganze Förderprogramm läuft zum Stichtag am 30. Juni 2019 aus. Wer diesen Termin für den Antrag verpasst, erhält keine Kaufprämie mehr.

Womöglich wird das Förderprogramm verlängert - Geld ist noch da

Bei den drei genannten Modellen könnte es mit der rechtzeitigen Zulassung also knapp werden. Zudem geben die Hersteller keine festen Lieferzusagen in den Kaufverträgen. Die Lieferzeiten können sich aus diesem Grund auch von den Modellen, die nach aktuellem Stand noch rechtzeitig ausgeliefert werden können, noch nach hinten verschieben.

Kein einziger Autohersteller kann derzeit ein Elektroauto sofort liefern. Die kürzeste Lieferzeit auf dem deutschen Markt beträgt derzeit vier Monate für den BMW i3. Andere Hersteller behelfen sich, indem sie keine Bestellungen annehmen. So können die Elektroversionen von VW Golf und Passat aktuell gar nicht bestellt werden. Offiziell beträgt die Lieferzeit für den e-Golf sieben Monate – ab Bestellung, die wieder im Januar 2019 möglich sein soll. 

Daher überrascht es nicht, dass der Fördertopf in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro für elektrifizierte Fahrzeuge noch prall gefüllt ist, den Staat und Hersteller jeweils zur Hälfte bestreiten. Gerade einmal insgesamt 66.029 Anträge für Elektro- und Hybridautos sind bis zum 30. Juni beim Bundesamt für Wirtschaft eingegangen - damit ist nur ein Sechstel der Fördersumme bisher abgerufen worden. Aus diesem Grund diskutieren Politik und Wirtschaft gerade in Berlin, ob das Förderprogramm nicht über Mitte nächsten Jahres verlängert wird.

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