Shell steigt bei Akku-Hersteller Sonnen ein

Shell steigt bei Akku-Hersteller Sonnen ein

Shell im Wandel: Der Öl- und Gaskonzern beteiligt sich am Stromspeicher-Hersteller Sonnen mit einem Millionenbetrag. Das kommt nicht überraschend.

Unternehmen | Von Peter Vollmer

Shell kauft sich beim deutschen Batteriehersteller Sonnen ein. Wie das Handelsblatt vorab erfuhr, steuert der Mineralöl-Konzern den größten Teil der 60 Millionen Euro bei, die Sonnen bei der anstehenden Finanzierungsrunde voraussichtlich erhalten soll.

Überraschend kommt das nicht. Vergangenes Jahr hatte Shell den niederländischen Betreiber von Ladestationen NewMotion übernommen. Auch beim Strom-Drachen-Start-up Kite Power Systems macht Shell mit.

"Mehr in den Energiebereich zu investieren, ist in einer Welt, in der Elektrifizierung einer der schnellsten Wege der CO2-Reduktion ist, sicherlich eine gute Strategie", zitiert die Zeitung einen Shell-Sprecher.

Shell will grüner werden

Ein notwendiger Wechsel. Ölpest in Mexiko, Menschenrechtsverletzungen in Nigeria, das Brent-Spar-Desaster - all das hat das Image ramponiert. Und nun kommt ausgerechnet die Verkehrswende. Alternative Antriebe, die für Shell im günstigen Fall mit Wasserstoff und Gas fahren, im schlimmsten Fall mit Strom. Die Ölpreise schwanken enorm und die EU will deutlich unabhängiger von Energieimporten werden. Also stellt sich der Energiekonzern breiter auf.

"Wir waren mal ein Öl-Unternehmen", sagte Shells Chief Scientist Mobility Wolfgang Warneke EDISON vergangenes Jahr. Mittlerweile mache Gas den größeren Anteil am Umsatz aus. Der Konzern entwickle sich "vom fossilen zum gemischten" Unternehmen. Dazu gehören eben auch: Wasserstoff, Bio- und andere Treibstoffe. Mit seinem Eco-Marathon zeichnet Shell beispielsweise jedes Jahr Tüfftler-Teams aus, die ihre Fahrzeuge mit möglichst wenig Treibstoff über die Rennstrecke jagen. Der sparsamste siegt. Auch dies Engagement soll ein Zeichen sein, dass sich der Konzern auf neue Zeiten vorbereitet.

Auf der Suche nach smarten Start-ups

So viel Innovationskraft wie beim Eco-Marathon kommt selten aus einem Großkonzern, und deshalb gibt es dort Leute wie Geert van de Wouw. Der Managing Director von Shell Ventures gibt unumwunden zu: "Wir wollen Zugriff auf die neusten Technologien bekommen." Ein gutes Start-up sei nämlich immer auch ein potenzieller Zulieferer.

Auch die Sonnen GmbH aus Wildpoldsried dürfte in diese Kategorie fallen. 2015 gehörte sie noch zu den zehn am schnellsten wachsenden Unternehmen in Deutschland, vergangenes Jahr gewann es den hochdotierten Zayed Future Energy Prize der Vereinigten Arabischen Emirate. In den USA greift Sonnen Tesla auf dem Speichermarkt an - auch dafür sammelt das Unternehmen nun Geld ein.

Geld, das Shell fast im Überfluss hat: Eine halbe Milliarde US-Dollar hat das britisch-niederländische Unternehmen laut Reuters alleine im Winter in die Cleantech-Branche investiert. In den vergangenen zehn Jahren hat Shell durchgehend schwarze Zahlen geschrieben, im vergangenen Jahr rund 13 Milliarden US-Dollar Gewinn eingefahren. Und sollte sich die Weltgemeinschaft nicht von allen Klimazielen verabschieden, dann dürfte das Gasgeschäft alleine schon eine solide Basis für die kommenden Jahre sein.

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