Resysta: Umweltfreundliches Kunst-Holz aus Reishülsen

Resysta: Umweltfreundliches Kunst-Holz aus Reishülsen

Das Material Resysta sieht aus wie normales Holz, wird aber aus Abfallprodukten der Reisverarbeitung hergestellt und ist besonders widerstandsfähig.

Rohstoffe | Von Susanne Frank |

Die Touristen vor der Münchener Traditionsgaststätte "Weisses Bräuhaus" genießen einen Sommertag im typischen bayerischen Freiluft-Ambiente: Sie sitzen auf Klappstühlen, wie sie in München in fast jedem Biergarten zu finden sind. Was die Gäste nicht ahnen – und was sie vermutlich auch gar nicht stören würde: Sitzfläche und Rückenlehne sehen nur so aus wie konventionelles Holz. Die Oberfläche der Stühle fühlt sich auch sehr ähnlich an wie lackierte Kiefer oder Lärche. Tatsächlich aber besteht das Freiluft-Gestühl vor dem Gasthaus aus Resysta – einem Werkstoff, der hauptsächlich aus Reishülsen produziert wird.

Der große Vorteil: Er verwittert nicht und ist deshalb besonders für den Outdoor-Bereich perfekt. Zudem wird zur Produktion überwiegend Abfall verwendet. Und Resysta lässt sich immer wiederverwenden. Es findet sich deshalb inzwischen in Gärten genauso wie auf Jachten oder an Hausfassaden.

Der frühere Möbelhändler Bernd Duna hatte das Material vor über zehn Jahren aus einer Notlage heraus entwickelt. "Seine Kunden wollten immer häufiger auf Teak verzichten", erzählt Marketing-Chef Christian Daiber. Also habe Duna nach Ersatz für das robuste und schöne Tropenholz gesucht. Der sollte ebenso haltbar sein und natürlich eine Holzoptik besitzen.

Mit einem befreundeten Chemiker entwickelte Duna schließlich Resysta, das die Firma inzwischen in Lizenz produzieren lässt. "Wir haben keine eigenen Maschinen, sondern vergeben die Rechte an der Herstellung weltweit", sagt Daiber. Ein Vorteil dieser dezentralen Produktionsweise: Reishülsen sind fast überall verfügbar, der wichtigste Grundstoff muss deshalb nicht um die Erde transportiert werden. Die Hülsen fallen bei der Reisverarbeitung an und werden bislang weggeworfen.

Resysta besteht allerdings nicht vollständig aus dem nachhaltigen Rohstoff. Fast ein Fünftel macht Mineralöl aus, außerdem ist ungefähr so viel Steinsalz nötig. Die Firma aus der Region München legt dennoch Wert auf Nachhaltigkeit. "Wir haben einen eigenen Kreislauf für gebrauchte Produkte entwickelt", sagt Daiber. In Polen produziere ein Unternehmen neue Resysta-Waren aus geschredderten Gegenständen.

Die Einsatzmöglichkeiten des innovativen Materials sind so vielfältig wie für traditionelles Tropenholz. Resysta kann ebenso einfach bearbeitet werden und wiegt nur in der Massiv-Ausführung mehr als echtes Holz. Deshalb werden die Planken von Jachten damit gefertigt, Dächer und Fenster, Böden für Poolanlagen und Zäune. Das Ersatz-Holz kommt überall da zum Einsatz, wo "echte" Bretter und Bohlen bald verwittern würden.

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