PSA, Opel und Saft wollen in Europa Akkuzellen bauen

PSA, Opel und Saft wollen in Europa Akkuzellen bauen

Deutschland und Frankreich haben sich auf ein erstes Konsortium geeinigt, das Zellen für Lithiumionen-Akkus produzieren soll. Für den Standort der Fabrik ist unter anderem Kaiserslautern im Gespräch.

E-Mobilität | Von Lothar Kuhn |

Es ist seit Monaten ein heiß diskutiertes Thema: Sollen die Europäer selber Zellen für Lithiumionen-Akkus fertigen? Oder ist der Vorsprung asiatischer Hersteller wie LG Chem, Panasonic oder Samsung zu groß und ist es nicht mehr wirtschaftlich, dieses Herzstück der Elektromobilität selbst zu produzieren?

Nun scheint es einen Durchbruch geben. Die Wirtschaftsministerien von Deutschland und Frankreich haben der Europäischen Kommission eine Absichtserklärung geschickt, ein Batteriezellkonsortium bestehend aus dem französischen Autokonzern PSA samt seiner deutschen Tochter Opel und dem französischen Batteriehersteller Saft fördern zu wollen. Das hat zuerst die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" gemeldet. Mittlerweile hat das Bundeswirtschaftsministerium den Vorstoß bestätigt. Als einer der Standorte für die Zellfabrik ist eine Teilefabrik von Opel in Kaiserslautern im Gespräch.

Druck aus Brüssel

Wirtschaftsminister Peter Altmaier und sein französischer Kollege Bruno Le Maire werden sich am 2. Mai treffen, um das Vorhaben weiter voranzubringen. Das Schreiben an die EU-Kommission sollen beide bereits am 15. April abgeschickt haben. Dass die Nachricht jetzt bekannt wird, ist wohl kein Zufall. Denn am heutigen Dienstag hat Maros Sefcovic, Vizepräsident der EU-Kommission, die Regierungen nach Brüssel eingeladen, die sich für eine Zellfertigung in Europa engagieren - und schon im Vorfeld an die Minister appelliert, endlich nicht weiter die Entscheidungen zu verzögern.

Aus eigener Kraft scheinen die europäischen Autohersteller und ihre Zulieferer nicht Zellen fertigen zu wollen. Sefcovic rechnet mit einem Finanzbedarf von insgesamt 70 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hat im November angekündigt, eine Milliarde Euro an Fördermittel bereit zu stellen. Frankreich gibt 700 Millionen Euro. Hierzulande haben sich mittlerweile sechs Konsortien aus insgesamt 30 Unternehmen gebildet, die sich für eine Förderung interessieren. So hat sich Volkswagen etwa mit dem schwedischen Unternehmen Northvolt zusammengetan, das in dem skandinavischen Land eine Gigafactory bauen möchte. Ob der Bund die Subventionen unter den Gruppen aufgeteilt oder ein Zusammenschluss besonders viel Mittel erhält, ist noch nicht klar.

Wirtschaftsminister Altmaier möchte, dass bis 2030 ein Drittel des weltweiten Bedarfs an Akkus aus deutscher und europäischer Fertigung stammen. Zum einen, um Jobs zu ersetzen, die durch den Umbruch hin zur Elektromobilität in der Autoproduktion verloren gehen könnten. Und zum anderen, um das Know-How für dieses Schlüsselelement der Elektrofahrzeuge in Europa zu halten, auf den der größte Teil der Wertschöpfung beim Bau der E-Autos entfällt.

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