Pläne für Tesla-Fabrik in China wackeln

Pläne für Tesla-Fabrik in China wackeln

Eigentlich wollte Tesla 2020 anfangen, auch in China Autos zu produzieren. Doch wegen Uneinigkeiten mit der chinesischen Regierung hakt es noch.

Unternehmen

Nach Produktionsproblemen und einem Rekordverlust droht Elektroauto-Pionier Tesla und seinem Chef Elon Musk die nächste Hiobsbotschaft: Die Pläne für eine Autofabrik für den chinesischen Markt in Shanghai wackeln offenbar. Tesla und die chinesische Regierung hätten unterschiedliche Vorstellungen von der Eigentümerstruktur eines solchen Werks, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen.

Chinas Zentralregierung besteht demnach auf der in dem Land üblichen Struktur eines Gemeinschaftsunternehmens mit einem örtlichen Partner, Tesla wolle das Werk hingegen komplett selbst besitzen. Tesla wollte die Verhandlungen nicht kommentieren, die chinesischen Behörden äußerten sich auf Anfrage von Bloomberg zunächst nicht.

Export nach China ist teurer als lokale Produktion

Tesla hatte im Juni vergangenen Jahres angekündigt, mit Shanghaier Behörden über den Bau einer Fabrik in einer Freihandelszone nahe der Stadt zu verhandeln. Ein Werk in der Industriemetropole würde Tesla nicht nur eine günstige Produktionsbasis in China verschaffen. Es würde den Hersteller zugleich in eine gute Ausgangslage bringen, um vom prognostizierten Boom des jetzt schon weltgrößten Markts für E-Autos zu profitieren. Im November hatte Elon Musk das Jahr 2020 als frühestmöglichen Start einer Produktion in China genannt. "Stellen Sie nicht ihre Uhr danach", hatte er jedoch vor Verzögerungen gewarnt.

Ausländische Autofirmen können auch Fahrzeuge in den wichtigsten Automarkt der Welt exportieren, dort müssen aber teils hohe Importzölle gezahlt werden, was die Wagen gegenüber den vor Ort gebauten Fahrzeugen tendenziell verteuert. China will zudem bei Elektroautos der führende Markt sein. Wegen der starken Luftverschmutzung gibt es in einigen smoggeplagten Megacities des Landes bereits harsche Beschränkungen etwa für die Anmeldung neuer Autos mit Verbrennungsmotor.

Tesla hat auch sonst mit Problemen zu kämpfen. Im vergangenen Quartal fiel wegen der Produktionsprobleme mit dem für den Massenmarkt gedachten Model 3 ein Rekordverlust an. Bei dem Fahrzeug, mit dem Musk den normalen Autokäufer für sich gewinnen will, kommt die Serienproduktion in großen Stückzahlen nur schrittweise in Gang. Einige Besteller müssen voraussichtlich eine Wartezeit von mehreren Jahren in Kauf nehmen, bis sie das Auto fahren können.

Artikel teilen

Kommentare

Ihr Browser ist veraltet. Deshalb können Sie diese Webseite nicht korrekt darstellen!

Bitte laden sie einen dieser aktuellen, kostenlosen und exzellenten Browser herunter:

Für mehr Sicherheit, Geschwindigkeit, Komfort und Spaß.

Lade Seite...