Energiesparender Beton aus Vulkanasche

Energiesparender Beton aus Vulkanasche

Die Produktion von Beton ist ein großer Verursacher von CO2-Emissionen. Wissenschaftler haben die Energiebilanz verbessert – mit Vulkanasche.

Emissionen | Von Matthias Lauerer |

Asche beschwört in der Regel Bilder der Zerstörung herauf, nicht jedoch von Konstruktionen. Eine neue Idee könnte das ändern. Durch die Vermischung von Vulkanasche mit Beton schuf ein Team internationaler Wissenschaftler ein Material, das sich besonders gut für den Bau neuer Gebäude nutzen lässt. Das Beste daran: Es ist eine besonders umweltfreundlichere Alternative zu herkömmlichem Beton. Denn die weltweite Produktion von Beton sorgt für etwa fünf Prozent aller Kohlendioxidemissionen. Der neue Ansatz kommt mit 16 Prozent weniger Energie bei der Herstellung aus und verwendet eine vorhandene Substanz, die bisher ungenutzt im blieb.

Außerdem gilt: Je mehr von dieser Asche im Beton steckt, desto stärker ist er. Die Studie, die den Nutzen belegt, fand ihren Weg bis in das "Journal of Cleaner Production". Die Idee stammt von Wissenschaftlern der Kuwait University. Dort testeten sie unterschiedliche Kombinationen des Betons und der Aschemischung, bis sie eine funktionierende Lösung fanden. Jener Stoff der Zukunft könnte je nach gewünschtem Bau angepasst werden.

Abgeschaut von den alten Römern

Das kuwaitische Team untersuchte zunächst, wie viel Energie bei dem Beton mit der Vulkanasche verfeuert wird und verglich die Zahlen mit normalem Zement. Dann testeten sie die Innovation im Labor. Das Ergebnis: Das Ersetzen von 50 Prozent des Zements durch Vulkanasche senkte nicht nur den Energieverbrauch, sondern verlieh der Substanz auch eine enorme Festigkeit.

Das Team konzentrierte sich später auf ein Stadtviertel in Kuwait mit 26 Wohn- und Geschäftshäusern, die alle aus traditionellem Zement hergestellt wurden. Eine Drohne lieferte für die Berechnungen nötige Bilder des Areals. Anhand dieser und weiterer Informationen berechnete das Team dann, wie die Energiebilanz sich ändern würde, wenn man die Gebäude gänzlich aus dem neuen Stoff gebaut hätte und landete schließlich bei den gesparten 16 Prozent.

Neu ist die Methode übrigens nicht, ganz im Gegenteil: Bereits vor 2000 Jahren mischten die Römer ihrem Beton Vulkanasche unter und bauten daraus das Pantheon in Rom.

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