Das Ranking der besten Stromspeicher - für zu Hause und im Betrieb

Das Ranking der besten Stromspeicher - für zu Hause und im Betrieb

Sie ergänzen sich ideal: Solaranlage, Elektroauto und Energiespeicher. Intelligent verknüpft ermöglicht das Trio, möglichst viel des auf dem Dach gewonnenen Stroms selbst zu nutzen. Was sich schnell rechnet. Ein groß angelegter Vergleich zeigt, welche Stromspeicher derzeit die besten sind.

Energiespeicher | Von Lothar Kuhn |

Für die Verbraucherzentrale NRW ist die Sache klar: "Mit Sonnenstrom vom eigenen Dach das Auto betanken – das ist die günstigste Art, ein Elektrofahrzeug zu laden." Die Rechnung ist einfach. Wer mit der eigenen Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach Strom erzeugt, muss mit Kosten von umgerechnet 10 bis 12 Cent pro Kilowattstunde (kWh) rechnen. Für Elektronen vom Energieversorger sind dagegen um die 29 Cent pro kWh fällig. Noch Fragen?

Bloß hat die Sonne die unangenehme Eigenschaft, ausgerechnet dann am stärksten zu scheinen, wenn kaum jemand zu Hause ist. Um die Mittagszeit befinden sich die Bewohner des Eigenheims meist auf der Arbeit, in der Schule, an der Uni. Und das E-Mobil mit ihnen. Natürlich kann der Solaranlagen-Besitzer dann den Grünstrom ins Netz einspeisen. Dafür bekommt er um die 12 Cent pro kWh als Vergütung. Und muss abends, wenn er wieder daheim ist, denselben Strom für 29 Cent zurückkaufen. Ein schlechtes Geschäft.

Die Alternative: ein Stromspeicher. Der sammelt tagsüber die Energie von den Solarzellen ein und gibt sie nachts wieder ab, um etwa das Elektroauto zu laden. Folgerichtig installieren immer mehr Hausbesitzer eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach und einen Stromspeicher im Keller. Das Angebot an Akkus für daheim ist entsprechend groß - und unübersichtlich. Daher hat das Deutsche CleanTech Institute in Kooperation mit EuPD Research eine groß angelegte Analyse gestartet: Die Bonner Experten von EuPD haben die Preise, Eigenschaften und den Service von 114 Speichermodellen in Europa verglichen.

Die Fachleute um Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft von EuPD, haben die Modelle je nach Speicherkapazität in vier Leistungsklassen eingeteilt. Dabei schälte sich kein eindeutiger Sieger heraus. Chinesische Anbieter wie Alpha ESS und BYD liefern sich ein oft knappes Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihren deutschen Wettbewerbern wie Fenecon, Sonnen oder E3/DC (siehe Bilderstrecke). Tesla mit seiner Powerwall 2 schafft es knapp unter die ersten Zehn in der Kategorie der großen Heimspeicher.

Bereits nach vier Jahren können sich Speicher und Solaranlage amortisiert haben

Die große Angebotsvielfalt ist sicherlich auch eine Reaktion auf die sprunghaft ansteigende Nachfrage nach Stromspeichern. Vergangenes fanden 37.000 der Lithiumionen-Akkus ihren Weg in Keller oder Dachböden der deutschen Wohnhäuser. Das ist laut EuPD ein Plus um 50 Prozent. In diesem Jahr könnten es sogar 45.000 Neuinstallationen werden, weil die Strompreise der Versorger steigen und umgekehrt die Kosten für die Speicher sinken.

2017 kostete eine Kilowattstunde Nettospeicherkapazität rund 1000 Euro, wie das Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe der RWTH Aachen in seinem jährlichen Speicherbericht ermittelt hat. Augenblicklich liegen die günstigen Angebote bei knapp 600 Euro, so EuPD-Experte Ammon. Marktführer ist übrigens der Anbieter Sonnen aus dem Allgäu, gefolgt vom koreanischen Konzern LG Chem und dem Osnabrücker Unternehmen E3/DC. Die Drei haben ungefähr die Hälfte des deutschen Marktes erobert, Tesla kommt nur auf einen Anteil von bescheidenen zwei Prozent.

Aufgrund dieser Marktentwicklung rentiert sich die Kombination von Solaranlage, Stromspeicher und E-Auto relativ schnell. EuPD hat dies einmal am Beispiel einer vierköpfigen Familie in Bonn durchgerechnet, die ihr Elektromobil als Zweitwagen nutzt. In diesem Fall amortisieren sich die Ausgaben für Fotovoltaik und Akku bereits nach vier Jahren.

Allerdings hängt die Amortisationszeit von sehr vielen Faktoren ab, etwa der jährlichen Fahrleistung des E-Autos, wann es in der Regel geladen wird oder dem Stromverbrauch des gesamten Haushaltes. Als Faustregel gilt: Je mehr Solarstrom die Bewohner eines Hauses selbst nutzen, desto besser. Um diesen Anteil grob abzuschätzen, hat die Verbraucherzentrale NRW einen Solarrechner ins Internet gestellt. Am besten einfach mal ausprobieren.

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