Darauf kommt es beim Kauf eines E-Bikes an

Darauf kommt es beim Kauf eines E-Bikes an

E-Bikes boomen. Doch für viele Kaufinteressenten ist es das erste Mal, dass sie sich ein elektrisches Rad zulegen. Worauf muss man beim Kauf achten?

E-Bikes |

Mit dem Fahrrad steile Berge hoch hecheln, über unebene Pfade rumpeln oder gar schwere Lasten transportieren? Klingt ziemlich anstrengend, ist es häufig auch. Gerade in diesen Bereichen kommen deshalb E-Bikes immer mehr in Mode. Insgesamt 720.000 elektrische Fahrräder wurden in Deutschland vergangenes Jahr verkauft, meldet der Zweirad-Industrie-Verband. Das ist ein Plus von fast einem Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Ein Grund dafür ist die große Modellvielfalt vom Trekkingrad über das Lastenrad bis zum Mountainbike. Selbst Falträder gibt es elektrisch.

Doch für viele ist der Kauf eines E-Bikes Neuland. Beim Fahrrad weiß man ungefähr, worauf man schauen muss. Doch worauf kommt es beim E-Bike an?

Folgende Punkte sollten Kaufinteressenten beachten:

Der Einsatzzweck: "Beim Kauf sollte man den Einsatzbereich abstecken", sagt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). "Das entscheidet über die Art des Rades." Für viele Radfahrer eigne sich ein E-Trekkingrad, mit dem man sowohl auf der Straße wie auch auf Feldwegen gut zurechtkommt. Wer Sport treibt, für den kann etwa ein E-Rennrad oder ein E-Mountainbike passend sein. Auf ein faltbares E-Rad im Kleinformat zurückgreifen könnten womöglich Pendler, die auch öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Denn das nimmt in der Bahn nicht viel Platz ein.

Der Akku: "Wenn ich keine Touren mache und nur in der Stadt unterwegs bin, brauche ich nicht den Mega-Akku", sagt Filippek. Wer eine Batterie mit weniger Kapazität kauft, spart beim Preis und auch an Gewicht. Und das Ersatzteil ist bei möglichem Akkuversagen billiger. Mittlerweile sind die Akkus in der Regel entnehmbar, was das Laden vereinfacht. Rainer Hauck vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) rät, auf eine zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung ausreichende Garantie zu achten. Denn Batterien sind Verschleißteile, denen vor allem niedrige Temperaturen zusetzen: "Gut sind beispielsweise zwei Jahre oder 1000 Ladezyklen." Auch Ladezeiten unterscheiden sich teils erheblich.

Der Motor: Die meisten E-Bikes fahren mittlerweile mit einem Mittelmotor, es gibt aber auch Räder mit Motoren an der Vorder- oder Hinterradnabe. Der Vorteil des Mittelmotors liegt in den besseren Fahreigenschaften, denn im Bereich des Tretlagers sitzt er in der Nähe des Fahrradschwerpunktes.

Allerdings erfordert der Mittelmotor auch einen speziellen Rahmen, was das Rad teurer macht. Hinzu kommt: "Der Verschleiß von Kette, Ritzel und Komponenten der Kettenschaltung ist höher, weil die Motorkraft auf den Antrieb wirkt", sagt Filippek. Front- und Heckantrieb schonen diese Komponenten und sind leiser, doch besteht die Gefahr, dass entweder das Vorderrad durchdreht oder das Fahrrad sich aufgrund des Mehrgewichts hecklastig fährt.

Andererseits wirkt die Kraft bei Hinterradnabenmotoren direkt dort, wo sie gebraucht wird, und nur bei ihnen ist Rekuperation möglich - also die Energierückgewinnung beim Bergabfahren. Der Vorderradnabenmotor gilt laut Thomas Geisler vom Pressedienst Fahrrad (pd-f) als preisgünstige Einstiegslösung, weil er einfach zu integrieren ist.

Die Schaltung: Neben Ketten- und Nabenschaltung gibt es eine Automatikschaltung, die Hersteller wie NuVinci oder Continental als eine mit einem Mittelmotor gemeinsam verkapselte und damit verschleißarme Einheit anbieten. Soll es ein Heckmotor sein, ist eine Nabenschaltung laut Hauck schwierig umzusetzen, denn die sitzt an der Hinterradnabe. Sportliche Biker, die viele Gänge benötigen, brauchen in der Regel ohnehin eine Kettenschaltung mit weit mehr Schaltstufen. Eine Ausnahme bilden etwa die Nabenschaltungen von Rohloff oder Pinion, die es auch für E-Mountainbikes gibt.

Die Probefahrt: Sich mit einem E-Bike vertraut zu machen, ist neben dem für Anfänger gewöhnungsbedürftigen Antrieb vor allem aufgrund des höheren Fahrradgewichts notwendig. Wer in den Fahrradkeller muss, wird mit 20 bis 30 Kilo viel zu tragen haben. "Um dafür ein Gefühl zu bekommen, ist eine Probefahrt eminent wichtig", sagt Filippek.

Der Preis: Von Rädern unter 1800 Euro rät Filippek ab. Weil allein die Elektrokomponenten viel Geld kosteten, laufe man bei günstigeren Rädern, etwa von Discountern oder aus dem Baumarkt Gefahr, dass die übrigen Fahrradkomponenten von minderwertiger Qualität sind. Bei S-Pedelecs mit einem 500 Watt statt 250 Watt starken E-Motor nennt er eine Richtschnur von 2500 Euro. Reduzierte Ausstellungsstücke oder Räder aus der Vorsaison bieten Sparpotenzial.

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