Byton K-Byte: Die E-Limousine aus China

Byton K-Byte: Die E-Limousine aus China

Fünf Monate nach dem ersten Konzeptauto legt Byton mit einer Limousine nach. Das chinesische Start-up setzt auf Konnektivität und autonomes Fahren.

Elektroautos | Von Dirk Kunde

Byton präsentiert zur CES Asia in Shanghai seine Limousine mit dem Namen K-Byte. Das Elektroauto kommt 2021 zunächst in Asien mit Level 4-Autonomie auf den Markt. Die dafür notwendigen Lidar-Sensoren auf dem Dach und an den Seiten hat Designer Benoit Jacob ganz bewusst hervorgehoben. "Früher hat man am Auto betont, was für Kraft steht. Bei uns ist es Digital Power und somit die Sensoren", sagt der Franzose am Rande der Präsentation im DaGuan Theater in Shanghai.

Anders als Tesla setzt das chinesische Start-up auf ein Plattform-Konzept. Den Auftakt bildet der Anfang des Jahres vorgestellte SUV mit dem Namen M-Byte. Später wird ein siebensitziger Van, den Byton als Multi Purpose Vehicle (MPV) bezeichnet, folgen. Mit dem Baukasten will Byton seine Kosten senken und schneller hohe Stückzahlen produzieren. Von den drei Modellen sollen pro Jahr bis zu 300.000 Elektroautos mit dem B auf der Front vom Band laufen. Die Produktion entsteht derzeit im 300 Kilometer von Shanghai entfernten Nanjing. Auf einem 800.000 Quadratmeter großen Gelände steht bereits die Halle mit der Prototypen-Fertigung. Im ersten Halbjahr 2019 startet die Herstellung des M-Bytes. Zu einem Startpreis ab 45.000 Dollar ist der SUV zunächst in Asien, dann in den USA und ab 2020 in Europa erhältlich. In Jahresschritten folgen Limousine und MPV.

Bildschirm im Kinoformat

Beide Elektroautos wird es mit einem Heckmotor (200 kW) und einer 71 kWh starken Batterie für 400 Kilometer Reichweite sowie einem Allradantrieb (350 kW) mit einer 95 kWh großen Batterie für 520 Kilometer Reichweite geben. Vom Wettbewerb setzt sich Byton durch Konnektivität ab. Schließlich leitet sich der Markenname von Bytes on Wheels ab. Die Türen öffnen sich durch Gesichtserkennung. Kameras ersetzen Seiten- und Rückspiegel. Statt eines Armaturenbretts gibt es einen 1,25 Meter breiten Bildschirm mit Fahrzeuginformationen, Navigation, Vitaldaten (wie etwa der Herzfrequenz), Musik, Filmen und Videotelefonie. Gesteuert werden die Inhalte auf dem Bildschirm durch Gesten oder Stimme. Auch im Bereich der Rücksitze sind zwei Monitore mit Gestensteuerung. Die Vordersitze lassen sich um zwölf Grad zueinander drehen, so dass die Passagiere besser miteinander reden können.

Byton setzt bei der Fahrzeugentwicklung auf Partner. So kommt der Bildschirm von BOE Technology, die Batterie liefert CATL, die Sprachsteuerung stammt von Baidu und die Fähigkeiten für das autonome Fahren, liefert Aurora. Ausgewählte Vorbesteller der Fahrzeuge hat Byton in ein sogenanntes Co-Creator-Programm aufgenommen. Ihre Anregungen fließen in die weitere Entwicklungsarbeit ein.

Chinesisches Staatsunternehmen ist einer der größten Investoren

"Damit haben wir alles zusammen, was man benötigt: Ein Produkt, Technologie, eine Fabrik und Geldmittel", sagt CEO Carsten Breitfeld im Gespräch in der neuen Firmenzentrale in Nanjing. Die zweite Finanzierungsrunde wurde gerade mit 500 Millionen Dollar abgeschlossen. Zu den größten Investoren zählte der staatliche chinesische Autohersteller FAW. Das und die Unterstützung der Provinzregierung von Nanjing helfen, das ehrgeizige Tempo zu halten.

Dabei sieht Breitfeld Byton eigentlich als internationales Unternehmen mit Wurzeln in China. Der ehemalige Programmleiter des i8 von BMW sitzt die meiste Zeit im kalifornischen Santa Clara, wo die Software programmiert wird. Die Konzept- und Designabteilung hat ihren Sitz in München. Weitere Standorte sind Shanghai, Hongkong und Nanjing. Die Zahl von 700 Mitarbeitern wird im kommenden Jahr auf 1000 steigen.

Selber Flotten betreiben

Breitfeld bezeichnet Byton nicht als typischen Autohersteller, doch es fehlt ihm ein treffenderer alternativer Ausdruck. Neben dem Verkauf der Fahrzeuge und der digitalen Zusatzdienste will er vor allem durch Sharing- oder Fahrdienst-Flotten schwarze Zahlen schreiben. Zunächst mit Fahrer, später autonom fahrend, sollen sich Menschen in einem Byton von A nach B bewegen.

Dabei ist das Fahrerlebnis weltweit identisch. Die persönliche Sitzposition, Kontakte, Filme und Musik werden über die Byton-Cloud im Fahrerprofil gespeichert und synchronisiert. Mietet der Fahrer in einer anderen Stadt einen Byton, öffnet er per Gesichtserkennung das Fahrzeug und findet alle Einstellungen wie gewohnt vor. Neben dem Direktvertrieb wird Byton in China 25 bis 30 Brand-Stores eröffnen, damit Interessenten einmal in der rollenden Digital-Lounge Platz nehmen können.

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