So fährt Toyotas Yaris Hybrid im Winter

So fährt Toyotas Yaris Hybrid im Winter

Der Yaris hat im Buch einen super Verbrauch – aber wie hoch ist der Öko-Faktor im Winter, mit kaltem Motor und warmer Heizung? Unser Langzeittest klärt auf.

Quelle: Joe McKendry
Peter Vollmer

Peter Vollmer schreibt über Energie und Umweltschutz und kümmert sich um den Online-Auftritt von EDISON.

3,3 Liter – das war das Toyota-Versprechen für den Yaris. 3,3 Liter Super, ein Wahnsinnswert. Ohne Gewicht im Auto, ohne Klimaanlage und Heizung und am besten noch bergab erreicht man den. Aber nun beginnt der Winter.

Die Bedingungen bei unserer Testfahrt waren Anfang des Jahres alles andere als gut, stehen aber symbolisch für das, was uns in den kommenden Monaten wieder erwartet: Draußen sind fünf Grad unter null. Der schwere Kindersitz ist montiert, der Kofferraum voller Krempel, der Wagen stand das ganze Wochenende im Freien und ist komplett kalt. Wie nah kommen wir da dem Idealwert?

Für den Test haben wir eine Strecke ausgesucht, die nahezu alle Verkehrssituationen abbildet: Also fahren wir morgens, wenn sich die Berufsverkehrs-Staus langsam auflösen, von Köln nach Neuss.

Teil 1: Kaltstart

Es lässt sich viel darüber philosophieren, in welchem Rahmen man auf eine Heizung verzichten kann. Aber bei -5 Grad will ich die Heizung auf 18 Grad drehen dürfen. Und nach zwei Minuten traue ich mich auch, die Sitzheizung anzuschmeißen. Der Durchschnittsverbrauch (auf 100 Kilometer) auf der Anzeige springt beim Anlassen gleich auf 99,9 Liter – sie hat nur zwei Vorkommastellen.

Behutsam fahre ich aus der Parklücke auf die Tempo-30-Straße. Eigentlich wollte ich hier elektrisch fahren, um meine Nachbarschaft nicht mit Abgaswolken einzunebeln, aber keine Chance: Der Verbrenner löst den Elektromotor schon ab, bevor ich überhaupt 10 km/h auf dem Tacho hab.

Weiter geht es durch den zähen Stadtverkehr. Ich merke die Sitzheizung. Der Durchschnittsverbrauch sinkt trotzdem, allerdings nur auf 21,8 Liter, obwohl ich schon zwei Kilometer gefahren bin. Langsam bekomme ich Angst. Im Sommer hatte ich nach der Strecke Köln-Düsseldorf mal 3,7 Liter auf dem Tacho und der Abgleich an der Tankstelle einige Tage später (27 Liter auf 600 Kilometer) zeigte mir, dass dies durchaus möglich gewesen sein könnte. Wie hatte ich denn das geschafft?

Teil 2: Landstraße, Zubringer, Autobahn

Weiter geht es. Als ich das erste mal auf Tempo 80 beschleunigen kann, liegt der bisherige Verbrauch bei umgerechnet 13 Litern (auf 100km), der Motor klingt deutlich ruhiger. Aber Rheinländer wissen: Da kommen bald die ersten Baustellen. Tatsächlich sind es nur wenige Minuten, bis ich wieder abbremsen muss. Es wird zweispurig, Tempo 50 und der Elektromotor übernimmt. Sehr entspannt: Der Durchschnittsverbrauch schrumpft mit jeder Baustellenleuchte, an der wir vorbeirollen, um 0,1 Liter.

Als ich mich nach der Baustelle wieder auf die linke Spur setze – Hybrid heißt ja nicht, dass ich schleichen muss – liegt der Verbrauch bei 6,7 Litern. Und obwohl ich durchgehend über zwischen 110 und 140 km/h fahre, sinkt der Verbrauch auf 6,1 Liter – der Motor ist warm, der Innenraum auch, ich kann die Heizung etwas runterdrehen.

Teil 3: Ans Ziel

Runter von der Autobahn, rein in die Stadt: Ich kann viel rollen und die Batterie ist voll genug, um auch bei Tempo 50 weite Teile elektrisch zu fahren. 5,6 Liter. Ampeln, Rückstaus, Parkplatzsuche: Alles, was sonst kleine Spaß macht, drückt die Zahl auf der Digitalanzeige. Am Ende bin ich rund 45 Kilometer gefahren, habe gute 40 Minuten gebraucht und 5,3 Liter auf 100 Kilometer stehen auf der Verbrauchsanzeige.

Meine Gefühle sind gemischt: Das ist immer noch eine Menge für einen Hybrid. Dafür hatte ich es warm und bin zügig gefahren. Wärmer angezogen und mit mehr Zeit auf der rechten Spur hätte ich die fünf Liter locker geschafft. Und wenn ich erst eine eigene Garage hätte...

Aber es zeigt sich: Moderat zu heizen ist gar nicht der große Spritfresser, zumal ja Abwärme vom Motor kommt. Und die Erfahrung über den gesamten Winter im Yaris Hybrid zeigt auch: Je häufiger ich den Wagen fahre, desto weniger machen mir die ersten Kilometer im dicken Pulli etwas aus. Nur die ersten zwei Kilometer zu fahren, die der ganze Wagen aufheizen muss, Motor, Akku etc - dieser Versuchung werde ich aber auch im Winter nicht nachgeben.

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