Formel E: Der Beginn einer neuen Ära

Formel E: Der Beginn einer neuen Ära

Die Formel E geht in ihre fünfte Saison. Dabei hat sich vieles geändert: Neue Regeln, neue Strecken, neue Fahrer und vor allem ein neues Auto. Der Überblick.

Nicki Shields

CNN-Moderatorin Nicki Shields ist bei der Formel E seit Anfang an dabei, berichtet als Reporterin und ist mittlerweile gefragte Expertin.

Es ist immer noch kaum zu glauben, dass vor gerade einmal vier Jahren eine elektrische Rennserie aus dem Boden gestampft wurde, die sich innerhalb kurzer Zeit zu einer treibenden Kraft der Elektromobilität entwickelt hat.

Seit dem Debüt der ABB FIA Formel E Meisterschaft in Peking wurden bereits 45 Rennen in 19 Städten auf fünf Kontinenten veranstaltet. Nach vier packenden Kämpfen um den Meis-tertitel mit jeweils unterschiedlichen Siegern startet die Formel E an diesem Wochenende in die nächste Runde. Die fünfte Auflage wird jedoch anders: Die Formel E läutet das Ende ei-nes Kapitels und den Beginn einer neuen Ära ein. Es ist also an der Zeit, das Auto der ersten Generation hinter uns zu lassen und sich auf den leistungsfähigeren Gen-2-Rennbolliden so-wie neue Fahrer, neue Städte und ein neues Rennformat einzulassen.

Doppelte Batteriekapazität verändert Spielregeln

Die unerschütterliche Entschlossenheit vom Formel-E-CEO Alejandro Agag ist nach wie vor das Geheimrezept für den Erfolg der Rennserie. Im Jahr 2014 versprach Agag, dass in der fünften Saison ein neues Auto mit doppelter Batteriekapazität eingeführt werde. Das war vor vier Jahren, als noch niemand wusste, ob so etwas technisch überhaupt möglich ist. Agag hielt jedoch sein Wort. Das Gen 2-Auto verfügt über die doppelte Energiekapazität gegenüber seinem Vorgänger. Die von McLaren Applied Technologies gebaute Batterie zeigt die rasan-ten Fortschritte in der Energiespeichertechnologie.

Während der 45-minütigen Rennen (plus eine Runde) werden die Autos der 22 Fahrer in der kommenden Saison jeweils von einer 200 kW-Batterie versorgt. Das entspricht etwa der Leis-tung von 4.000 Handys oder 400 Laptops. Die Leistungssteigerung wird strategische Konse-quenzen mit sich bringen. So entfällt der Autotausch nach der ersten Rennhälfte, der bisher geradezu charakteristisch für den Elektro-Rennsport war. Im Gegenzug wird eine neue Regel eingeführt, die treffenderweise attack mode („Attackiermodus“) genannt wird. Jeder Fahrer erhält für eine vorgegebene Zeit einen zusätzlichen Schub von 25 kW. Dieser steht 2-3 Mal pro Rennen zur Verfügung und wird aktiviert, wenn ein Fahrer durch eine der Aktivierungszo-nen fährt. (vergleichbar mit den DRS-Zonen in der Formel 1).

Mit dem Batmobil in 2.8 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Das Gen 2-Auto besticht zudem durch ein schnittiges Design. Die geschlossenen Radkästen, eine nahtlose Integration des LED-Halos und der große Diffusor verleihen dem Auto eine er-schreckende Ähnlichkeit mit dem Batmobil. Es wird zweifellos spannend zu sehen sein, wie die 22 Rennboliden mit einer Beschleunigung von 0-100 km/h in 2,8 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 280 km/h durch die Straßen der Stadt huschen.

Neue Talente aus der Formel 1: Der Wettbewerb verschärft sich

Das neue Fahreraufgebot wurde ebenfalls mit Spannung erwartet: Sechs neue Fahrer stoßen hinzu, darunter die ehemaligen Formel 1-Fahrer Felipe Massa, Stoffel Vandoorne und Pascal Wehrlein. Zu den weiteren Debütanten gehören die internationalen Spitzenfahrer Gary Paf-fett, Max Gunther und Alexander Sims.

Auch mit Blick auf die Teams gibt es Veränderungen: BMW steigt mit BMWi Andretti Motor-sport als Team ein. HWA RACELAB ist das vierte deutsche Formel E-Team und geht als Wegbereiter von Mercedes (Einstieg im Jahr 2019/20) an den Start. Envision Virgin Racing hat die Zusammenarbeit mit DS beendet und wird stattdessen den Antriebsstrang von Audi beziehen. In diesem Jahr wird Techeetah mit DS zusammenarbeiten (anstelle von Renault) und setzt große Hoffnungen auf ihren amtierenden Champion, dem Franzosen Jean-Eric Verne.

Zu diesem frühen Zeitpunkt lässt sich nur schwer sagen, für wen die Chancen am besten stehen. Aber BMWi Andretti hat bereits erste Akzente gesetzt und erzielte mit seinen Fahrern Alexander Sims und António Félix da Costa beim September-Test in Valencia an allen drei Tagen Bestwerte.

Der Rennauftakt am Wochenende

Angesichts des Saisonauftakts lohnt abschließend noch ein Verweis auf die neuen Städte im Formel E-Rennkalendar. Neben Bern (Schweiz) und Sanya (China) treten die Fahrer künftig auch in Saudi-Arabien gegeneinander an. Am 15. Dezember gehen die elektrischen Rennbo-liden erstmals auf den Straßen von Diriyya an den Start. Die 2,5 Kilometer lange Strecke in der Kulisse eines UNESCO-Kulturerbes führt die Fahrer durch 21 Kurven an den historischen Mauern entlang, bevor sie die Start-Zielgerade im Herzen der Innenstadt passieren.

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