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Eine Neurowissenschaftlerin im Museum

Eine Neurowissenschaftlerin im Museum

Tedi Asher ist die erste Neurowissenschaftlerin, die in den USA in einem Museum arbeitet. Auf der me Convention spricht sie zum Thema New Creation und darüber, was sie bei ihrer Arbeit inspiriert.

Wenn ein Museumsdirektor mehr Besucher anlocken will, sorgt er für bessere Ausstellungen. Oder er überarbeitet die Auswahl der Exponate, damit man sie besser versteht. Vielleicht wird er auch einen neuen Kurator einstellen. Doch Dan Monroe ist einen anderen Weg gegangen. Er ist Direktor des Peabody Essex Museum (PEM) in Salem, im US-Bundesstaat Massachusetts. Das PEM zeigt amerikanische und afrikanische Skulpturen, Vasen und Gemälde. Die Sammlung der asiatischen Kunstwerke zählt zu den größten in den USA. Anfang des Jahres 2017 hat Monroe eine junge Neurowissenschaftlerin eingestellt: Tedi Asher soll die Erkenntnisse ihrer Disziplin dazu nutzen, den Museumsbesuch zu verbessern.

Das Museum wirbt stolz damit, dass Asher die erste Neurowissenschaftlerin sei, die in einem Kunstmuseum angestellt ist. Sie hat in Harvard in Biologie und Biomedizin promoviert. Und obwohl sie den Job erst im April angetreten hat, ist sie schon voller Tatendrang und Ideen.

Zuerst einmal möchte Asher herausfinden, was für Museumsbesucher an einem Exponat besonders interessant ist. Sie setzt auf die neurowissenschaftliche Methode des „Eye Tracking“. Damit werden die Blickbewegungen eines Menschen erfasst: Welche Teile eines Exponats betrachten Museumsbesucher länger? Wo schauen sie lieber schnell weg? Die Museumsmitarbeiter können dann den Infokasten neben dem Kunstwerk an den Vorlieben der Besucher orientieren. Asher will künftig auch bestimmte Kunstwerke mit Vorhängen abtrennen, denn die Besucher sollen nicht mehr von der großen Masse an Exponaten überfordert sein. Ihre Idee: Die Vorhänge blenden alles aus, was ablenkt. So wird das Gehirn nicht überlastet.

Außerdem möchte Asher die Kunstwerke für alle Sinne präsentieren. Sie kann sich vorstellen, Hintergrundmusik aus dem jeweiligen Land laufen zu lassen oder den Duft typischer Gewürze im Raum zu verteilen. Asher ist überzeugt, dass Menschen auf diese Art Informationen besser wahrnehmen und behalten.

Das PEM könnte zum ersten Kunstmuseum werden, in dem Bilder nicht allein nach historischen oder thematischen Kriterien angeordnet sind, sondern auch entsprechend der Kognitionsforschung: Nämlich so, dass Besucher sie optimal wahrnehmen.

Tedi Asher hat spannende Monate vor sich. Schon jetzt hat sie dem Museum viel Aufmerksamkeit gebracht. Auch die Fachwelt schaut genau hin, was sie tut. Und vielleicht ist Asher schon bald nicht mehr die einzige Neurowissenschaftlerin, die in einem Museum arbeitet.

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